Tommy Haas ist der Start in die Sandplatzsaison gründlich misslungen. Nach einer Wettkampfpause von knapp zweieinhalb Wochen scheiterte der Publikumsmagnet beim mit 323.250 Euro dotierten ATP-Turnier bereits in Runde eins.
Der an Nummer vier gesetzte Haas unterlag dem kroatischen Aufschlag-Riesen Ivo Karlovic mit 3:6, 6:7 (3:7) Besser machte es Landsmann Philipp Kohlschreiber: Der Augsburger zog durch ein 7:6 (7:3), 7:6 (7:5) gegen den an Nummer zwei gesetzten Daviscupsieger Mario Ancic aus Kroatien überraschend ins Achtelfinale ein.
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Gegen den 2,08 Meter großen Karlovic hatte Haas von Beginn an große Mühe, einen Rhythmus zu finden. Im ersten Satz fand er kaum zu seinem Spiel, im zweiten Durchgang wirkte er nur wenig sicherer und präziser und konnte den 53. der Weltrangliste vor allem bei dessen gewaltigem Aufschlag nie ernsthaft gefährden. Für Haas, derzeit die Nummer 25 der Welt, war es die erste Partie seit dem 15. April, als er in Houston im Halbfinale gegen den Amerikaner Mardy Fish (USA) aufgeben musste. Im Vorjahr hatte er in München immerhin das Halbfinale erreicht.
Philipp Kohlschreiber aus Augsburg hatte zuvor als erster der zwölf gestarteten deutschen Tennisprofis die zweite Runde erreicht. Dem Augsburger, in der Weltrangliste an Position 86 geführt, gelang gegen den aufschlagstarken Ancic kein Break, in den beiden Tiebreaks aber zeigte der 22 Jahre alte Rechthänder dann seine besten Returns und setzte sich jeweils in beeindruckender Manier durch. Mit seinem dritten Matchball beendete er die ausgeglichene Partie gegen den 19. der Weltrangliste. "Es hätte in den Tiebreaks natürlich auch andersrum ausgehen können", räumte Kohlschreiber ein, betonte aber auch selbstbewusst: "Ich habe konzentriert und auf einem hohen Level gespielt. Das war toll."
Nach dem Coup gegen den kroatischen Daviscup-Helden ist der Schwabe in dieser Jahr damit weiter ohne Erstrunden-Niederlage. Im Achtelfinale trifft er auf den Tschechen Jan Hernych, der in der ersten Runde Andreas Beck (Weingarten) in drei Sätzen besiegt hatte. "Auch ein unangenehmer Gegner", sagte Kohlschreiber. Am nötigen Selbstbewusstsein für weitere Erfolge mangelt es Kohlschreiber, der an Stelle von Rainer Schüttler für den Arag World Team Cup in Düsseldorf nominiert wurde, jedenfalls nicht.
"Ich habejetzt auch das Niveau, die großen Jungs zu schlagen", behauptet er. Siege gegen Lleyton Hewitt (Australien), David Ferrer (Spanien) und nun Ancic hat er 2006 bislang vorzuweisen, jetzt fehlt ihm noch ein "großer Turniererfolg", glaubt er: "Ein Halbfinale oder Finale würde mich noch weiter nach vorne bringen."
(sueddeutsche.de/sid)
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