Noch immer ist offen, wie es im besetzten Audimax weitergeht. LMU-Präsident Bernd Huber will offenbar nicht räumen lassen.

Seit vier Wochen schon ist das Audimax der Universität München (LMU) besetzt, doch wie im größten Hörsaal jetzt weitergehen soll, ist nach wie vor unklar. Die LMU-Spitze hatte den Studenten angeboten, unter anderem die Höhe der Studiengebühren neu bewerten zu lassen, 500.000 Euro zusätzlich in die Lehre zu stecken und eine Verfasste Studentenschaft einzuführen. Die Besetzer waren darauf bis zum Stichtag Ende vergangener Woche nicht eingegangen. Wird die Räumung jetzt von Tag zu Tag wahrscheinlicher?

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Nein, sagt LMU-Präsident Bernd Huber erstaunlicherweise. Zuletzt hatte er die Räumung als eine "mögliche Option" bezeichnet, wenngleich er sich "gewiss nicht als Freund" solch strikter Maßnahmen sieht. "Die Polizei rät zum gegenwärtigen Zeitpunkt dringend von einer Räumung ab", so Huber. Sie fürchte "negative Rückwirkungen" auch auf die anderen bayerischen Hochschulen. "Im Übrigen geht sie davon aus, dass sich die Protest bis zum Beginn der Weihnachtspause ohnehin verlaufen habe."

Was bleibt dann? Darauf hoffen, dass die Besetzer künftig vielleicht ein paar mehr als nur die versprochenen sieben Vorlesungen im Audimax zulassen, um die Lage zu normalisieren? "Das ist im Moment die Lage", sagt Huber resigniert, "wir können nichts anderes tun, als die Situation so hinzunehmen, wie wir es schon seit dem 11. November tun."

Das führe zu "gewaltigen Belastungen" nicht nur für den Lehrbetrieb, sondern auch für die LMU-Mitarbeiter, "seit vier Wochen halten sie das Haus rund um die Uhr offen." Nach seinem Eindruck habe die Besetzung immer weniger Zuspruch. Es halte sich nur noch "eine sehr kleine Gruppe" im Audimax auf. Nach dem Angebot der LMU-Leitung sei vielen Studenten klargeworden, dass es unklug sei, sich auf Maximalpositionen zurückzuziehen. Auch das anfängliche Wohlwollen der Lehrenden schwinde zusehends.

Und die Politik? Die plane nun eine gesamtbayerische Lösung. Die weitere Vorgehen auf alle betroffenen Hochschulen gemeinsam abzustimmen, sei schon sinnvoll, sagt Huber, da es womöglich "Wechselwirkungen" geben könne. Eine unmittelbare Lösung dafür, den "unerträglichen Zustand zu beenden, zeichne sich damit aber für die LMU nicht ab.

Runder Tisch im Januar

Auch das bayerische Kabinett hat jetzt ein Ende der Hörsaalbesetzungen gefordert. "Bei allem Verständnis für die aktive Wahrnehmung ihrer Interessen" seien andauernde Besetzungen durch Studenten "inakzeptabel", so die Staatskanzlei. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) kündigte an, Vertreter der Hochschulen im Januar zu einem Spitzengespräch einzuladen, um "Fehlentwicklungen" in der Bologna-Reform zu korrigieren.

Die Studenten aber wollen bis dahin von der Politik konkrete Lösungsvorschläge sehe. "Wir wissen, dass man die Welt nicht von heute auf morgen verändern kann, aber bisher bleibt doch alles sehr vage", kritisiert der Sprecher der Landes-Asten-Konferenz Malte Pennekamp. Zumindest personelle Verbesserungen seien notwendig.

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(SZ vom 09.12.2009/sonn)