Landtag CSU-Fraktion bringt den neuen Konzertsaal auf den Weg

Der neue Konzertsaal soll auf dem früheren Pfanni-Fabrikgelände entstehen.

(Foto: Robert Haas)
  • Die CSU-Landtagsfraktion stimmt der Entscheidung der Staatsregierung zu, den Konzertsaal im Werksviertel zu bauen.
  • Gegen das Projekt stimmt Ex-Wissenschaftsminister Thomas Goppel.
  • Nun können weitere Planungen vorangetrieben werden.

Der Weg für die Planung eines Konzerthauses im Werksviertel ist frei. Die CSU-Landtagsfraktion hat am Mittwoch der Entscheidung der Staatsregierung zugestimmt, auf dem früheren Pfanni-Gelände die neue Philharmonie zu bauen. Gegen das umstrittene Vertragsmodell hatten die Abgeordneten letztlich keine Einwände, auch Finanzminister Markus Söder stimmte dafür: Der Bau soll in Erbbaurecht auf einem Gelände errichtet werden, das dem Pfanni-Erben Werner Eckart gehört. Der Freistaat bekommt ein zeitlich unbegrenztes Erbaurecht für Eckarts Gelände und wohl auch gute Zinskonditionen. Nach SZ-Informationen verständigten sich Ministerpräsident Horst Seehofer und Eckart am Montag auf die grundsätzlichen Bedingungen. Die Details sollen in den kommenden Wochen ausgehandelt werden. Auch der weitere Fahrplan steht. Noch in diesem Jahr sollen alle Ausschreibungen "auf dem Weg gebracht" werden, sagte Kunstminister Ludwig Spaenle. Das gelte auch für einen internationalen Architektenwettbewerb. Unmittelbar nach Ostern werde er im Kabinett erste Fortschritte vermelden. Die Lenkungsgruppe der Staatsregierung solle von einem externen Experten fachlich beraten werden, "der viel Erfahrung mit solchen Projekten hat", so Spaenle. Auch Musiker, Dirigenten und Orchester-Experten sollen beratend hinzugezogen werden. Als gesetzt gelten BR-Chefdirigenten Mariss Jansons und Violinistin Anne-Sophie Mutter. Deren Rat soll auch schon bei der Frage gehört werden, wie das Konzerthaus betrieben werden soll. Hauptnutznießer werden die Orchester des Bayerischen Rundfunks sein, der Sender kann aber aus gebührenrechtlichen Gründen nicht selbst Betreiber sein. Ähnlich wie beim Gasteig könnte eine Betreibergesellschaft gegründet werden, mit Beteiligung des Freistaats. Auch die Gründung einer Stiftung ist im Gespräch. Über sie könnten auch private Sponsoren in das Projekt eingebunden werden. Spaenle sprach von einem "großen Tag für den Kulturstandort München". Der verlief in der CSU-Fraktion unspektakulär. Abgeordnete wie der frühere CSU-Chef Erwin Huber und Landtagspräsidentin Barbara Stamm mahnten zwar, dass der Freistaat nun auch zusätzliches Geld für die Förderung von Kulturprojekten auf dem flachen Land geben müsse.

Aber gegen das Werksviertel-Projekt stimmte nur Ex-Wissenschaftsminister Thomas Goppel. Er hatte eine Musikstadt in der Neuhauser Paketposthalle präferiert, sprach von einer verpassten Chance für München und einem großen Fehler.

Ministerpräsident Seehofer hatte vor der Fraktionssitzung noch einmal leidenschaftlich für das Projekt und eine spektakuläre Architektur geworben: "Wir wollen einen Konzertsaal mit Weltniveau - und natürlich für München auch was Futuristisches." Dass einige Parlamentarier angeregt hatten, der Freistaat solle sich das Paketpostareal "für die weitere Entwicklung" sichern, nannte Seehofer "eine sinnvolle Anregung".

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