LMU-Präsident Huber will den Studenten in mehreren Punkten entgegenkommen. Dafür verlangt er die Räumung des Audimax.
SZ: Die bayerischen Besetzer haben bereits angekündigt, sie wollten auch über Weihnachten in den Hörsälen bleiben. Wie gefällt Ihnen diese Aussicht?
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LMU-Präsident Huber im besetzten Audimax der LMU. Den Forderungen der Studenten bringt er viel Verständnis entgegen. (© Foto: ddp)
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Huber: Das würde natürlich zu einer untragbaren Situation führen, weil wir das Audimax als Hörsaal dringend brauchen. Es fallen im Moment fast 20 wichtige Vorlesungen vor allem in den Wirtschaftswissenschaften aus. Wir haben sie bisher meist in andere Räume verlegen können, aber das ist mit praktischen Problemen verbunden, die für viele Studierende eine erhebliche Belastung darstellen. Das kann also kein Dauerzustand sein. Wir haben aber viel Verständnis für die Proteste, da sie reale Probleme an den Hochschulen ansprechen. Wir wollen darum jetzt mit einem konkreten Angebot auf die Studierenden zugehen. Im Gegenzug erwarten wir aber auch, dass sie das Audimax zeitnah wieder freigeben und die Besetzung beenden.
SZ: Unterdessen proben die Besetzer die Politik der Nadelstiche. Am Dienstag störten sie die Sitzung der Erweiterten Hochschulleitung. Können Sie mit solchen Aktionen leben?
Huber: Stören ist vielleicht zu viel gesagt. Die Studierenden waren kurz in der Sitzung, um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen. Das kann ich nachvollziehen, weil ja in vielen Punkten die Interessen der Studenten und der Hochschulen konform gehen. Und in allen Fakultäten besteht sehr viel Sympathie für die Anliegen der Studierenden.
SZ: Die Studenten rücken von ihren Forderungen nicht ab, der Wissenschaftsminister bleibt hart - wo ist da der Spielraum für eine Lösung des Konfliktes?
Huber: Das ist immer so bei Verhandlungen, man muss sich in der Mitte treffen. Wir werden den Studierenden in drei Punkten entgegenkommen: Eine Senatskommission wird die Studienbeiträge bewerten und vorschlagen, wie hoch sie künftig sein sollen. Zudem werden bis Januar für eine Sitzung der Erweiterten Hochschulleitung Vorschläge zur konkreten Verbesserung der Studienbedingungen erarbeitet, das betrifft insbesondere die neuen Bachelorstudiengänge.
SZ: Und eine bessere Ausstattung?
Huber: Ja, wir werden drittens in der Öffentlichkeit deutlich Position beziehen, wir fordern mehr Geld für die Universitäten vor allem in der Lehre. Und wir werden auch die Vorstöße für eine verfasste Studierendenschaft unterstützen. Schon in der gegenwärtigen Situation wäre sie hilfreich, weil wir dann einen klaren Ansprechpartner hätten.
SZ: Können die Studenten sich darauf einlassen? Kommen andernfalls Hausrecht und Polizei zum Zuge?
Huber: Ich gehe davon aus, dass wir in einem vernünftigen Dialog mit den Studierenden zu einer Lösung kommen werden. Für den heutigen Mittwoch haben wir die Studierendenvertretung in die Hochschulleitung eingeladen. Was ich aber auch sagen muss: Als Voraussetzung dafür, dass wir die Besetzung hinnehmen, habe ich immer genannt, dass es keine Gewalt und keine Zerstörung geben darf. Diese Bedingung ist in den vergangenen Tagen mehrmals verletzt worden. Es gibt erhebliche Sachschäden, es wurde ein Hörsaal aufgebrochen und bewusst Feueralarm ausgelöst, die Schmierereien nehmen zu. Solche Entwicklungen sehen wir mit großer Sorge. Wir fürchten, dass der Protest ausfranst und sich radikalisiert.
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Die neueste Antwort
...absolut offensichtlich von welcher Seite die Sachbeschädigungen und Fehlalarme ausgehen.
Obwohl ich zwar selbst, trotz Sympathie mit einigen gemäßigten Forderungen, kein Besetzer bin, da ich es für eine, zumindest im derzeitigen Rahmen, unproduktive und rücksichtslose Protestform halte, verstehe ich Hr. Huber bezügl. des Vandalismus absolut nicht! Hr. Huber kann doch nicht so naiv sein und tatsächlich denken, dass die Besetzer jetzt plötzlich nach 3 Wochen ohne jegliche ernsthafte Sachbeschädigung, eigener Müllentsorgung, etc. anfangen, den Ast auf dem sie sitzen, abzusägen, indem sie die Uni demolieren? Ich will natürlich nicht auschließen, dass gewisse Einzeltäter, die sich zu den Besetzern hingezogen fühlen oder der extremen Linken zugerechnet werden, auch mal Wände an der Uni beschmieren oder beschmiert haben könnten. Das lässt sich aber leider, egal wie gut sich die "echten" Besetzer darum kümmern, dass der Uni nichts passiert, nicht vermeiden. Kann ja Tag und Nacht jeder rein. Kann also auch irgendwer gewesen sein, eben z.B. auch Leute, die dem Image der Besetzer schaden wollen. Aus welcher braunen Ecke die Feuermelderaktion und einige weitere Beschädigungen ausgingen, sollte eigentlich klar sein, da sich ja offensichtlich genug Augenzeugen finden, die besagen, dass sich Burschenschafter, die der (extremen) Rechten zugeordnet werden, für die fraglichen Tatzeitpunkte im HGB aufgehalten und sich tendenziell agressiv verhalten haben sollen. Ebenso verweisen diverse Ankündigungen und Drohungen in Blogs und SocialNetworks der einschlägigen Gruppen ebenso darauf hin, wie die "Flyer-Aktion" mit dem Spruch "Uni brennt, jetz kommt die Feuerwehr" oder so ähnlich.
Also entweder ist Hr. Huber wirklich so uninformiert und hat sich mit dem Thema Uni-Beschädigung nicht weiter befasst, was man aber vom Chef durchaus erwarten könnte, oder er sucht einen (für sich wilkommenen und öffentlich legitimierbaren) Anlass die Besetzer mit Hilfe staatlicher Repression gewaltsam entfernen zu lassen?
Sicherlich gäbs ohne Studentenproteste auch keine Beschädigung, weil sich die sabotierenden Gegner dann nicht auf den Plan gerufen fühlen würden, aber ohne Regen würde man die Sonne auch nicht zu schätzen wissen.
Ich hoffe nur, dass sich Hr. Huber etwas differnzierter mit dem Thema Sachbeschädigung in der LMU befasst und sich potentielle Täter vorher überlegen, dass Sachbeschädigung und Gewalt egal von wem und in welcher Form hier niemanden konstruktiv weiter bringen.
Warum steh hier auf SZ-München nichts zum Thema Volksbegehren, stattdessen lauter völlig uninteressante Artikel... so wird das nie was! Da geh ich lieber zum Merkur.