Tragischer Unfall: Ein Kind wird von der reißenden Isar mitgerissen, sein Vater gerät bei einem Rettungsversuch in eine Wasserwalze. Er konnte nur noch tot geborgen werden.
Bei dem Versuch, sein Kind zu retten, ist ein Vater am Sonntagnachmittag in der Isar ums Leben gekommen. Der Mann konnte von der Feuerwehr an der Corneliusbrücke nur noch tot aus der Hochwasser führenden Isar geborgen werden. Er war in der Nähe der Marienklausenbrücke (Tierpark) ins Wasser gesprungen, um sein Kind zu retten, das von den Fluten davongetrieben wurde.
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Die Isar in München: Der viele Regen der vergangenen Wochen hat den Fluss zu einem reißenden Strom werden lassen. Die Ertrinkungsgefahr steigt. (© ag.dpa)
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Gerettet wurde das Kind durch das beherzte Eingreifen eines 44 Jahre alten Mannes aus Gröbenzell. Der Geschäftsführer einer Medizintechnik-Firma aus Puchheim, der mit seiner Frau einen Ausflug an die Isar gemacht hatte, stürzte sich ins Wasser und bekam das Kind zu fassen. Er trieb mit dem Kind etwa 200 Meter weit und hatte, wie er danach berichtete, "das Gefühl, ich komme selber darin um". Der Lebensretter kritisierte, dass zu wenige Menschen versucht hätten, dem Vater des Kindes zu helfen.
Er hätte es vielleicht schaffen können, wenn man ihm einen Rettungsring zugeworfen hätte. Der Mann geriet offenbar in eine Wasserwalze, wobei er sich schwere Verletzungen zuzog und danach kilometerweit abtrieb. Erst an der Corneliusbrücke wurde er im Wasser treibend entdeckt. Es gelang, ihn aus dem Wasser zu ziehen und auf ein Wehr zu legen. Die sofort danach eingeleiteten Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos.
Wie das Kind in die Isar gelangte, war zunächst unklar. Es könnte vom Ufer aus ins Wasser geraten sein, ein Sprung ins Wasser erscheint angesichts seines Alters - allenfalls zwei Jahre - eher unwahrscheinlich. Das Kleinkind hatte Schwimmflügel an, wurde jedoch von der starken Strömung schnell erfasst, bis es von dem Gröbenzeller gerettet wurde.
Nach seiner Rettung wurde der stark unterkühlte Bub in ein Krankenhaus gebracht. Die 34 Jahre alte Mutter, im achten Monat schwanger, erlitt einen schweren Schock und kam ebenfalls ins Krankenhaus.
Mit Kopfschütteln reagierten vielen Passanten darauf, dass Surfer weiterhin an der Corneliusbrücke ins Wasser sprangen, obwohl dort kurz zuvor ein Toter aufgetaucht war.
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(SZ vom 07.06.2010/pak)
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Schrecklich, was hier passiert ist. Ob ein zweijähriger an der Hochwasser führenden Isar spielen muss, ist fraglich. Die Eltern müssen ja mit der Möglichkeit gerechnet haben, dass der Kleine ins Wasser gehen könnte, sonst hätte er wohl kaum Schwimmflügel getragen. Die Isar hat auch zu normalen Zeiten an vielen Stellen eine nicht zu unterschätzende Strömung, dazu ist das Wasser gerade noch sehr kalt.
Allerdings sollte bei aller Häme über die Surfer erwähnt werden, dass diese die ersten gewesen sein sollen, die den Mann an Land gezogen haben.
Mein Beileid an die Familie des Verunglückten.
So tragisch der Tod des Mannes auch ist: Mit Schelte für die ach so pietätlosen Surfer ist man schnell bei der Hand, aber mich würde viel mehr interessieren, ob vor dem Unglück auch einer dieser entrüsteten Bürger dem Vater eine saftige Standpauke dafür gehalten hat, dass der sein Kind bei der derzeitigen Wasserlage in (oder zumindest unmittelbar an) der Isar hat spielen lassen. Der Münchner Grant entlädt sich doch sonst schon bei weitaus nichtigeren Anlässen ausgiebig über tatsächlichen oder vermeintlichen Delinquenten, hat hier niemand die Eltern angesprochen?
Den Surfern kann ich aber nur einen Vorwurf machen: Wenn im gleichen Isarabschnitt gerade ein erwachsener Mann aufgrund der starken Strömung ertrunken ist, gebietet eigentlich die Vernunft, das Surfen für heute bleiben zu lassen und bei weniger gefährlichen Verhältnissen wiederzukehren. Pietätlosigkeit kann ich da nicht ausmachen. Sonst dürfte niemand in Deutschland mehr Motorrad fahren, Waffen kaufen, Fallschirm springen...
An die SZ kann man nur wieder einmal appellieren: Natürlich wurde der Mann "tot geborgen". Wie auch sonst? Hätte er noch gelebt, wäre er gerettet worden. Tot gerettet oder lebend geborgen wurde noch niemand. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, diese fürchterliche Phrase irgendwann einmal nicht mehr lesen zu müssen.
Wenn man direkt an der Isar lebt, bekommt man es hautnah mit: alle Jahre wieder kommt es zu Ertrinkungsunfällen. Besonders die Gefahr bei Hochwasser wird regelmässig unterschätzt: betroffen sind Hundebesitzer, weil der Hund abgetrieben wurde und sie ihn retten wollen, Schwimmer und Surfer überschätzen sich, und unbeaufsichtigte Kinder sind in Sekundenschnelle ausser Reichweite und in dem dann meist schlammig-braunen Wasser nicht mehr auffindbar.
Eigentlich sollte es klar sein, dass man diese Gefahr meidet. Ist es aber offenbar nicht. Vielleicht kann verstärkte Aufklärung hier für die Zukunft etwas bewirken, damit dieser tragische Fall sich nicht wiederholt.
Zu fetoku: am Auer Mühlbach ist es eine andere Sache: der Platz ist ein öffentlicher Spielplatz und rundherum zum Bach hin gut eingezäunt. Hier muss es eine andere Erklärung geben.
Diese Dinge zu vergleichen ist Blödsinn.
Nach ihrer Logik müssten die Autofahrer permanent im Kreis fahren, immer wieder an der Unfallstelle vorbei.
Freizeitbeschäftigung und Fortbewegung sollte man hier auseinanderhalten.
Andererseits weiss ich nicht, ob allen Surfern klar war, dass es sich beim Einsatz um eine Leichenbergung handelte und nicht um einen anderen Einsatz.
Diese Dinge zu vergleichen ist Blödsinn.
Nach ihrer Logik müssten die Autofahrer permanent im Kreis fahren, immer wieder an der Unfallstelle vorbei.
Freizeitbeschäftigung und Fortbewegung sollte man hier auseinanderhalten.
Andererseits weiss ich nicht, ob allen Surfern klar war, dass es sich beim Einsatz um eine Leichenbergung handelte und nicht um einen anderen Einsatz.
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