Er gibt gerne mit amourösen Abenteuern an und beleidigt dabei auch schon mal Polizisten. Ein Ordnungshüter hat den ehemaligen "Penthouse"-Chef Kurt Molzer angezeigt.
Von ertappten Männern wird mitunter vorgebracht, sie hätten einschlägige Hochglanzmagazine nur der Texte wegen gekauft. Wie auch immer es um den Wahrheitsgehalt solcher Äußerungen steht, ein Mann jedenfalls hat die Januarausgabe des Männermagazins Penthouse sehr genau gelesen. Und weil der Mann ein Polizist ist und sich beleidigt fühlte, stellte er Strafantrag gegen den damaligen Chefredakteur des Blattes, Kurt Molzer. Und so kam es, dass der 41-jährige Wiener jetzt auf der Anklagebank im Münchner Amtsgericht Platz nehmen musste.
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Ex-Penthouse-Chef Kurt Molzer. (© Foto: SZ)
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Molzer ist ein Mann, der gerne in andere Rollen schlüpft, über seine amourösen Abenteuer als "Flachleger" hat er sogar ein ganzes Buch veröffentlicht ("Aus dem Leben eines Frauenhelden"). In der Januarausgabe des Penthouse legte er sich mit der Polizei an. "Aus dem Tagebuch des Bullen Kurt M." nannte er seine - selbstredend rein fiktive - Geschichte. "Ich finde die Bullen zum Kotzen", ist da zu lesen. Und: "Ich will mal einer von denen sein, ein Zivilbulle auf Streife, ein Exemplar von einem richtigen Kotzbrocken, ein Sackgesicht, das anderen Menschen mit dämlichen Fragen die Zeit stiehlt."
Wegen Beleidigung bekam er vom Münchner Amtsgericht dafür einen Strafbefehl zugestellt über 60 Tagessätze zu je 100 Euro. Nun böte ein solcher Fall trefflich Gelegenheit, über die Meinungs- oder Kunstfreiheit zu debattieren. Amtsrichterin und Staatsanwalt hatten denn auch schon einschlägige Kommentare gewälzt. Allein Kurt Molzer war nicht nach Streiten zumute, einen Verteidiger hatte er nicht dabei. "Vermutlich habe ich da wohl etwas über die Stränge geschlagen", teilte er lapidar mit. Den Schuldspruch akzeptiere er, aber über die Höhe der Strafe möge man doch noch einmal nachdenken. Er habe mittlerweile den Posten des Chefredakteurs von Penthouse aufgegeben und schlage sich als Küchenhilfe in einem Wiener Restaurant durch. Ob das ein Witz sei, fragt ihn die Amtsrichterin. "Nein, nein", entgegnet Molzer. "Ich war 26 Jahre Journalist, das ist genug." Derzeit verdiene er nur rund 300 Euro im Monat.
"Da liegt ja Ihr Talent ganz brach", sagt der Staatsanwalt augenzwinkernd. Und auch die Amtsrichterin meint es gut mit dem Angeklagten. Sie reduziert die Geldstrafe auf 40 Tagessätze zu 20 Euro. Aus pekuniären Erwägungen hat sich der Ausflug nach München also gelohnt für Molzer. Vom Schreiben wird der Erotomane wohl doch nicht ganz lassen. Über seine Zeit als Küchenhilfe will er vielleicht ein Buch verfertigen.
(SZ vom 12.01.2010)
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prinzipiell hat er ja recht was er sagt - in regensburg knallen die sogar einfach leute ab... straffrei...
der hat recht dass er sich einen küchenjob gesucht hat:) sehr gut!
wie berechnet sich eigentlich der tagessatz eines millionärs, der sich gerade ein paar monate auszeit gönnt und zb "küchenhilfe mit 300 euro monatlich" angibt?
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