Bayerischer Landtag Im Maximilianeum bruncht man mit München-Panorama

Mit Glück bekommt man einen Platz auf der Terrasse.

(Foto: Stephan Rumpf)

Halbes Hendl, Weißwürste oder Kaiserschmarrn: Der Brunch im Bayerischen Landtag ist ausdrücklich bayerisch - und somit deftig. Doch hier geht es nicht nur ums Essen.

Von Franziska Schwarz

Direkt nachdem die Postkarte im 19. Jahrhundert erfunden wurde, war das Maximilianeum schon ein beliebtes Motiv. Wer sich dafür interessiert, wie der Bau im Renaissance-Stil von innen aussieht, kann mehrere Dinge versuchen. Er kann als Gasthörer eine Ausschusssitzung des Landtags besuchen - Personalausweis ist dabei Pflicht.

Dann kann er, an der Statue von Jesus am Kreuz vorbei, die Treppe mit dem roten Teppich zum Steinernen Saal hochgehen. Das Fenster dort führt zur Maximilianstraße und bietet den "Skyline"-Blick auf München: Vom Deutschen Museum links über die Frauenkirche und den Alten Peter in der Mitte bis hin zum Bayerischen Nationalmuseum ganz rechts.

So sieht das Maximilianeum von innen aus

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Der Gasthörer darf vor dem Fenster aber nicht verweilen, sondern soll bitteschön wirklich pünktlich in den Plenarsaal. Den muss er nach einer Stunde wieder verlassen - falls andere Bürger auch an die Reihe wollen. Das Gasthörertum ist kostenlos, bietet aber nicht viel Ästhetik. Abgeordneter will auch nicht jeder werden.

Sonntags legen viele Bürger für den Besuch im Maximilianeum lieber etwas Geld hin: Beim Brunch in der Landtagsgaststätte, wo sie mit Glück einen Platz auf der Terrasse hin zur Isarbrücke und zum Maximilianstraße bekommen und sich das München-Panorama in Ruhe ansehen können.

Was gibt es da und was kostet das?

Die Servierkräfte tragen klassische Westen und lange Schürzen. Ihr Job ist es, zuvorkommend zu sein. Das gelingt ihnen. Mitarbeiter stehen auf dem Flur, um dem Gast unter anderem freundlich den Weg zur Toilette zu weisen.

Andere legen ihm das Essen auf den Teller: Vom halben Hendl über Roastbeef bis hin zum Hackbraten. Die Weißwürste dagegen schwimmen in einer Terrine, die kein Mitarbeiter extra überwacht. Die Frühstücks-Mittagessen-Mahlzeit ("Brunch") besteht aus einem umfangreichen kalt-warmen Buffet, das ausdrücklich bayerisch und somit deftig ist.

Fleischlos frühstückende oder generell fleischlos essende Menschen kommen dennoch nicht zu kurz. Das warme Angebot umfasst Spätzle, Knödel oder Kartoffelauflauf. Die vergleichsweise kleine Salat-Theke bietet Blattsalate, Kidneybohnen und geschnittene Paprika oder Antipasti wie gefüllte Zucchini, marinierte Artischockenherzen und angemachte Linsen - und ist augenscheinlich nicht so gefragt.

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Die Gäste umkreisen lieber den großen Tisch, der in der Mitte der Eingangshalle steht: Dort gibt es Kaiserschmarrn, gefüllte Pfannkuchen oder Panna Cotta. Wurst- sowie Käseplatten (hauptsächlich deutscher und italienischer Weichkäse) machen das Angebot komplett - und auch Müsli. Nur wurde Müsli bei diesem Testlauf bei keinem Gast gesichtet.

Vermutlich, weil man an einem Tag nicht mehr essen kann, als man eben essen kann. Das Fazit unserer Stichprobe: Das Roastbeef war zart, beim Kartoffelauflauf war das Verhältnis zur Soße stimmig und das Panna Cotta hatte neben Vanille noch ein anderes, gut passendes Gewürz. Beim Obstsalat fragten wir uns, ob er frisch oder nur aus der Frische-Verpackung war.