Von Von Alexandra Leuthner

In zwei Jahren soll die Station rollstuhlgerecht ausgebaut werden.

Der Bahnhof sah vor 20 Jahren schon genauso aus, als die S-Bahn noch S 10 statt S 7 hieß und als einer dieser unmodernen Regionalzüge daher kam. Der Bahnhof ist nur ein Bahnsteig, ein Wartehäuschen, zwei Uhren, eine Kiste mit Rollsplitt, keine Anzeigetafel. Erklimmt man die Treppen der Unterführung auf die Höhe des Bahnsteigs hinauf und lässt den Blick in Richtung Süden schweifen, dorthin wo die Gleise in einer sanften Rechtskurve im Grün verschwinden, beschleicht einen das Gefühl, dies sei ein Ort, an dem man verloren gehen könnte.

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Man würde sich einfach auf eine Bank setzen, die Beine übereinander schlagen und sich vergessen. Wenn hier in den nächsten 20 Jahren kein Zug mehr vorbei kommen würde - allzu überrascht wäre man wohl nicht.

Aber manchmal kommt es anders als man denkt: Als die S-Bahn Richtung Wolfratshausen einfährt, hat sie nur knappe sechs Minuten Verspätung, eine Durchsage, die erklärt hätte, dass oder warum das so ist, gibt's keine. Zwei Mitarbeiter der Firma Küba, die im windigen Unterstand gewartet hatten, zeigen sich dennoch hoch erfreut. "Wenn die S-Bahn nur so viel später kommt, sind wir happy", ist der lakonische Kommentar, und "wenn einer was durchgesagt hätte, hätten wir ja trotzdem warten müssen".

Wer mit dem Auto kommt, findet einen einzigen mit einem großen "P" markierten Parkplatz, aber immerhin jede Menge überdachte Radständer auf beiden Seiten. Bevor er die unfreundliche Unterführung mit den typischen weißen Kacheln betritt, die nachts ein trübes Licht mehr schlecht als recht erhellt, kann man aber immerhin eine Boulevardzeitung kaufen und in einer der wenigen übrig gebliebenen gelben Telefonzellen telefonieren.

Im bereits erwähnten typisch grauen Unterstand auf dem Bahnsteig gibt es eine winzige Bank, auf der mit viel gutem Willen drei Personen Platz nehmen können. Darüber hinaus bleiben demjenigen, der sitzen will und muss, nur die beiden unüberdachten Bänke in der Mitte des Bahnsteigs - allerdings dürfte das Problem ein seltenes sein.

Gehbehinderte werden nämlich nur mit größter Mühe, Rollstuhlfahrer gar nicht und Mütter mit Kinderwagen nur mit der Unterstützung hilfsbereiter Mitmenschen auf den Bahnsteig gelangen, denn es gibt weder einen Aufzug, noch einen anderen stufenlosen Zugang. "Immer wieder haben uns Mütter angerufen, die mit drei Kindern in der Unterführung standen und sich verzweifelt gefragt haben, wie sie in die Stadt kommen sollen", erzählt Robert König vom Baierbrunner Bauamt.

Das soll aber alles anders werden. In zwei Jahren etwa wird es vorbei sein mit der Baierbrunner Zeitvergessenheit. In einem Aufwasch mit der Auflassung des Bahnübergangs an der Oberdiller Straße soll der gesamte Bahnhof umgestaltet werden. Zwei Bahnsteige sind geplant, auf die man dann auch mit Stock, im Rollstuhl oder mit dem Buggy ganz bequem hinauf kommen kann.

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