Auszeichnung Ehrung für einen Unbequemen

Der politische Aktivist Ernst Grube erhält den Georg-Elser-Preis

Für sein gesellschaftliches Engagement erhält der Zeitzeuge und politische Aktivist Ernst Grube von der Landeshauptstadt München den Georg-Elser-Preis. Der 84-Jährige wird geehrt, weil er "es sich zeit seines Lebens zur Aufgabe gemacht" habe, "über die Verbrechen der NS-Diktatur aufzuklären und Konsequenzen diktatorischer Systeme aufzuzeigen". Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird seit 2013 alle zwei Jahre auf Vorschlag einer Jury von der Stadt vergeben. Die Preisverleihung findet am 6. November im NS-Dokumentationszentrum statt.

Als Kind einer jüdischen Mutter habe Grube "Diskriminierung, Entrechtung, Deportation und Internierung im Konzentrationslager" erlebt, schreibt die Jury. "Als Fünfjähriger sah er, wie die Münchner Synagoge abgerissen wurde." Mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern Ruth und Werner wurde Ernst Grube im Februar 1945 im Alter von zwölf Jahren nach Theresienstadt deportiert.

Nach der Befreiung und der Rückkehr nach München habe er erleben müssen, "wie alte Nationalsozialisten auch in der neuen Demokratie mitregierten und verhinderten, dass nachhaltige Lehren aus dem Faschismus gezogen wurden". Grube, der Präsident der Lagergemeinschaft Dachau ist, habe sich immer in politische Auseinandersetzungen seiner Zeit eingemischt, sich in der FDJ, der Gewerkschaft und der KPD engagiert. Zeit seines Lebens kämpfte Grube gegen Ausgrenzung und Unterdrückung. Er "war und ist immer auch unbequem. Aber es sind nicht die Bequemen, die die Demokratie verteidigen", würdigt die Jury sein Engagement.