Ausstellung Bilder der Vieldeutigkeit

Ena Oppenheimer erkundet die formalen Aspekte der Gefühle

Von Stefanie Schwetz

Am Ende geht es für Ena Oppenheimer immer um Form und Materie, um all die sinnlichen Wahrnehmungen und Gefühle, die damit einhergehen. Für die 1972 geborene Münchner Künstlerin ist dieser Zusammenhang die Grundlage alles Lebendigen und gleichzeitig das zentrale Thema ihrer Arbeit.

Ihre Bilder zeigen irreal anmutende Figuren, eben noch geometrisch, scharfkantig und in knallbunten Farben, um dann in abgeschwächter Grellheit unvermutet ineinanderzufließen. Eine Vieldeutigkeit offenbart sich hier, die einen Prozess des permanenten Wandels zu suggerieren scheint. Dann wieder finden sich in Oppenheimers Werk pastellartige Gebilde, die an menschliche Organe oder mikroskopische Darstellungen erinnern. Denn in der Tat hat sich Ena Oppenheimer intensiv mit den biologischen Aspekten der Formentstehung auseinander gesetzt und mit der Frage, ob auch Emotionen und Gefühle eine Form haben. In Gesprächen mit dem Biophysiker Erich Sackmann kam sie zu der Erkenntnis, dass bereits auf molekularer Ebene ein Fühlen existiert, das sich schließlich in der Entstehung organischer Formen niederschlägt. Mit den Ölgemälden in ihrer aktuellen Ausstellung "Change of State - Morphogenese und Malerei", die derzeit bei Stefan Vogdt / Galerie der Moderne zu sehen ist, verfolgt Ena Oppenheimer auch ein persönliches Anliegen: die Wahrnehmung des Betrachters zu erweitern und eine variable Gefühlswelt zu gestalten.

Change of State - Morphogenese und Malerei, Stefan Vogdt / Galerie der Moderne, Kurfürstenstraße 5; zu sehen bis zum 15. März, Montag bis Freitag, 10.30 bis 18.30 Uhr, samstags, 10.30 bis 15 Uhr