AusgehenSieben Bar-Tipps für Haidhausen

Der Stadtteil hat den Ruf, dass dort abends nicht viel los sei. Pah. Unsere Empfehlungen haben teils bis tief in die Nacht auf.

Der Wirt der Kneipe Zum Roten Knopf in der Steinstraße ist ein alter Bekannter: Christian Blau. Er betreibt auch das Kilombo. Blau sagt, er will mit dem Roten Knopf die Gentrifizierung aufhalten. Wie anstrengend, denkt man sich gleich. Aber hier geht es locker zu. Die Kneipe sieht aus wie die gemütliche Wirtshausstubn, die sie früher mal war. Die Holzvertäfelung ist gleich geblieben. Auch der Dielenboden ist der alte. Steh- und Nachttischlampen strahlen ein angenehm indirektes Licht aus. Alles ist schummrig orangefarben. An der Wand hängen jetzt drei alte, als Radiogeräte getarnte Lautsprecherboxen.

Auch die Karte beschränkt sich aufs Wesentliche: Es gibt eine kleine Weinauswahl (Rioja, Montepulciano, Syrah). Dazu Cocktail-Klassiker wie Gin Fizz oder Whiskey sour (8 Euro). Sie werden stärker, je länger der Abend dauert. Das Helle und das Kellerbier kommen aus Aying (je 3,60). Wer Hunger hat, kann sich am Tresen selbstgemachtes Gulasch oder Eintöpfe bestellen.

Neben dem Tresen steht ein DJ-Pult. Aufgelegt werden selbstverständlich Schallplatten. Alles außer Schlagermusik. Das ist gleich eine gute Beschreibung des Publikums. Man trifft auf Menschen, die Zigarettenmundstücke benutzen. Manche sind tätowiert, manche tragen Tracht. Die meisten sind über 35. Der Wirt sagt: "Alt trifft Jung und Gscheit trifft Dumm."

Zum Roten Knopf, Steinstraße 63, 089-95455938, geöffnet Montag bis Samstag 17.30 Uhr bis 2 Uhr, Freitag und Samstag bis 3 Uhr.

Bild: Robert Haas 27. August 2017, 17:312017-08-27 17:31:42 © SZ.de/infu/clu/anl/gsch/ffu/sekr