AusgehenElf Bar- und Wirtshaustipps für die Maxvorstadt

Wohin zwischen Universität und Hauptbahnhof? Unsere Tipps für alle Bedürfnisse, vom schnellen Feierabendbier bis zum zünftigen Versumpfen.

Alter Simpl

"Und mich zieht's mit Geisterhänden / ob ich will, ob nicht / ich muss, nach den bildgeschmückten Wänden / in den Simplicissimus." Das dichtete einmal Joachim Ringelnatz, und er war ja nicht der Einzige, auf den der "Simpl" eine fast magische Anziehungskraft ausübte: Ludwig Thoma, Oskar Maria Graf oder Franz Marc verkehrten hier und ließen sich mutmaßlich von den Zeichnungen und Karikaturen an den Wändern inspirieren. Die stammten eben aus dem "Simplicissimus". Die Wirtin Kathi Kobus hatte das Lokal in Anlehnung an die Satirezeitschrift getauft.

Heute geht es im "Simpl" natürlich anders zu. Gemeinsam gedichtet wird kaum mehr, ein Jammer ist das. Aber andererseits: Eine echte Künstlerkneipe kann es vielleicht in unserer prätentiösen Zeit, die manchmal selbstironisch bis zum Nihilismus ist, nicht mehr geben. So bleibt dem Simpl nur überlassen, die Erinnerung an frühere Zeiten aufrechtzuerhalten. Und das macht er immer ohne Aufhebens, durchweg solide und nie ohne Charme.

Alter Simpl, Türkenstraße 57, 089 / 27 230 83, geöffnet täglich ab 11 Uhr

Bild: Stephan Rumpf 1. August 2017, 15:432017-08-01 15:43:06 © SZ.de/bhi