Massenschlägerei unter Exil-Afghanen Prügelei in Moschee

Fünf Verletzte und ein abgebissenes Ohr - das ist die Bilanz einer Prügelei unter 50 Besuchern einer Münchner Moschee, die mit Messern und Holzlatten aufeinander losgingen. Grund für die Eskalation sollen die außerehelichen Beziehungen des Imams sein.

Bei einer Massenschlägerei in einer Münchner Moschee sind insgesamt sechs Menschen verletzt worden. Etwa 50 Besucher des Gotteshauses im Stadtteil Berg am Laim waren am Montagabend mit Holzlatten und Messern aufeinander losgegangen. Nach Polizeiangaben vom Dienstag wurden fünf Menschen durch Messerstiche verletzt, zudem wurde einer Person das Ohr fast vollständig abgebissen.

Der Streit war der Polizei zufolge aufgrund interner Querelen in einem muslimischen Verein eskaliert. Eine Hundertschaft Polizisten rückte an, um die Lage zu beruhigen. Ein mutmaßlicher Messerstecher wurde festgenommen. Gegen mehrere weitere Personen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Fünf Verletzte wurden inzwischen wieder aus der Klinik entlassen. Die handfeste Auseinandersetzung ereignete sich im "Islamischen Zentrum der Exil-Afghanen in Bayern", wie ein Vereinsmitglied bestätigte. Auslöser sei ein Streit über den ehemaligen Imam, der seit September vergangenen Jahres tobe und die Gemeinde in zwei Lager gespalten habe.

Demnach sind einige Muslime erzürnt darüber, dass der Vorprediger, ein verheirateter Familienvater, eine Beziehung zu einer anderen Frau gehabt habe. Andere wiederum hielten dies für eine reine Privatangelegenheit. Das Vereinsmitglied sagte, der Streit zwischen den Gruppen sei am Montag urplötzlich nach einem Gebet eskaliert. In München leben etwa 4.500 Afghanen. Die Moschee im Stadtteil Berg am Laim gilt als wichtige Anlaufstelle für sie.