Tunnel oder oberirdische Trasse? Lange galten beide Varianten zum Ausbau der S-Bahn-Strecke in München als denkbar - bis jetzt. Denn der Südring ist nach einer neuen Studie so gut wie aus dem Rennen.
Im Streit um die Varianten für den Ausbau der Münchner S-Bahn gibt es offenbar einen klaren Sieger: den zweiten Tunnel. Der Südring dagegen ist in einer von Freistaat und Stadt gemeinsam initiierten Studie "mit Pauken und Trompeten durchgefallen", wie es ein Insider ausdrückt. Nach SZ-Informationen erfüllt laut der Studie ein S-Bahn-tauglicher Ausbau der oberirdischen Trasse zwischen Haupt- und Ostbahnhof bei weitem nicht die wirtschaftlichen Mindestanforderungen, er dürfte daher gar nicht mit öffentlichem Geld finanziert werden. Der sogenannte Kosten-Nutzen-Faktor, so haben die Gutachter ermittelt, liegt nur etwa halb so hoch wie bei der vom bayerischen Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) bevorzugten Tunnelvariante. Offiziell soll das Ergebnis der Studie am 13. November vorgestellt werden.
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In München soll eine zweite S-Bahn-Stammstrecke entstehen. Der Südring ist im Vergleich zum Tunnel die schlechtere Alternative, sagen Experten. (© Foto: Haas)
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Mit dem schlechten Zeugnis für den Südring bestätigen die privaten Gutachter die Resultate von 2001 - damals waren schon einmal beide Varianten für eine zweite S-Bahn-Stammstrecke miteinander verglichen worden. Auf die erneute Untersuchung hatten sich Minister Zeil und Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) im Mai geeinigt, nachdem die Zustimmung zur Tunnelplanung sowohl im Landtag als auch im Stadtrat rapide geschrumpft war. Die Freunde des Südrings hatten damals argumentiert, das Papier von 2001 sei Makulatur, da die aktuell diskutierte, wesentlich aufwendigere Röhrenvariante mit der früheren nicht mehr vergleichbar sei. Das Ministerium hatte daraufhin zugesagt, dem Südring mit der neuerlichen Vergleichs-Studie eine faire Chance zu geben.
Südring hatte zu geringen Verkehrswert Ausschlaggebend fürs schlechte Abschneiden des von den Grünen sowie Teilen der CSU bevorzugten Südrings ist offenbar vor allem die dezentrale Lage der Bahnhöfe - die Züge sollten am Heimeranplatz, an der Poccistraße sowie am Kolumbusplatz halten. Diese Stationen bieten zwar Umsteigemöglichkeiten zur U-Bahn, können aber nicht mit dem Marienplatz oder dem Hauptbahnhof konkurrieren, die mitten in den Einkaufsbereichen der Innenstadt liegen.
Der MVV hatte bereits im März bei einem vierstündigen Expertenhearing im Stadtrat darauf hingewiesen, dass von den täglich rund 400.000 S-Bahn-Fahrgästen an Marienplatz, Stachus und Hauptbahnhof nur etwa ein Drittel in die U-Bahn umsteigt oder von dort kommt. Zwei Drittel dagegen streben direkt an die Oberfläche - in die Fußgängerzone, ins Theater, Restaurant oder zu anderen Innenstadtzielen. Von den etwa 60.000 Ein- und Aussteigern an den U-Bahnhöfen Kolumbusplatz und Poccistraße sei dagegen nur ein Zehntel im weiteren Verlauf ihrer MVV-Tour auch mit der S-Bahn gefahren. Soll heißen: Kolumbusplatz und Poccistraße benötigen keinen S-Bahn-Anschluss, weil das Hauptziel der Pendler Altstadt heißt. Damit sinkt der sogenannte "Verkehrswert" des Südrings - ein Faktor, der bei Kosten-Nutzen-Untersuchungen von entscheidender Bedeutung ist.
Ausgang der Debatte weiter unklar Ob die Tunnel-Südring-Debatte damit abgeschlossen werden kann, ist freilich unklar. Die Entscheidung, welche Variante gebaut wird, fällt im Landtag. Die Mehrheiten im Münchner Rathaus dagegen sind lediglich für die Haltung der Stadt im Planungsprozess ausschlaggebend - als Bremser wie beim Transrapid oder aber als konstruktiver Partner. Nach SZ-Informationen streben die Politiker an, auch ohne S-Bahn-Ausbau den Südring-Anwohnern mehr Lärmschutz zu bieten - die Chancen stehen offenbar nicht schlecht.
Die Planungen für den zweiten Stammstrecken-Tunnel sind relativ weit fortgeschritten, für den zentralen Streckenabschnitt zwischen Justizpalast und Isar liegt bereits eine Baugenehmigung vor. Allerdings ist die Finanzierung bislang nicht gesichert, Freistaat und Bund verhandeln noch.
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(SZ vom 14.10.2009/ag/sonn)
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S6 Neue Station: Ständlerstr. (Habe schon mal Plan dafür von 1930(?) gesehen. Stadteilerschliessung, (Trambahnanschluss),
Durchbindung Mangfalltalbahn Holzkirchen Deisenhofen Giesing (eigener Bahnsteig vorhanden).
Und tatsächlich die Wiedereröffnung des Bf München-Süd für Regionalverkehr und ggf. als S-Bahn Verstärkerlinie z.B. als S51.
Rasche Umsetzung der Verknüpfung von U/S-Bahn und Trambahn, sowie Bau, wie bereits im Entwicklungsplan der Stadt beschlossen, oder in Planung.
Mit diesen Massnahmen lässt sich der Verkehr bereits im städtischen Bereich der Reisendenfluss im Vorfeld verteilen und vor allem, werden bei Störungen im 1+2 Stammstreckenbereich der Verkehr im Aussenbereich zumindest teilweise umleiten!
Und das ganze ist für einen Bruchteil der Kosten eines 2. Tunnels zu haben und ist wesentlich weniger störanfälliger im Gesamtsystem.
Die 2. Stammstrecke wird vermutlich bei weiten nicht die Erwartungen erfüllen, die man sich wünscht. Sie ist mindestens genauso sinnvoll wie Stuttgart 21. Unkalkulierbar in Kosten und Folgekosten.
An was man noch gar nicht so gedacht hat, sind folgende Störfälle, die man als Begründung für den Bau dieses 2. Tunnels hernimmt.
Es ist Standard, das bei Bestimmten Gefahrenereignissen der gesamte (!) Bahnverkehr gesperrt wird. Hier nur einige Beispiele.
Bombendrohung: Hbf, Marienplatz, Ostbahnhof, Pasing. Die Gefahrenlage sagt, das hier alle Bahnhöfe gesperrt werden, bis die Situation geklärt ist. Ich denke nicht, das der Drohende sagt, ob bei Tunnel 1. oder 2.
Feuer: Marienplatz, Hbf. Auch hier werden bei Löscharbeiten zur Sicherung und Gefahrenabwehr wohl beide Tunnel gesperrt. Selbst dann, wenn diese Brandtechnisch auf den neusten Stand sind. Bei einem S-Bahn / Gebäude Vollbrand wir es wohl so laufen.
Suizid: Leuchtenbergring und Abschnitt Pasing Friedenheimerbrücke (Tunnelaustritt) werden ALLE Gleise gesperrt, bis der genau Ereignisort bekannt ist, und der Verkehr nach und nach wieder aufgenommen werden kann.
Das kann alles sehr lange dauern. Kurzum: Die 2. Stammstrecke wird zwar weniger Störanfällig werden, aber das Chaos wird genauso gross bleiben, wie jetzt auch.
Fazit: Die 2. Stammstrecke ist daher nur die zweitbeste Lösung.
Ein Hauptproblem bleibt, wie hier bereits mehrfach und in verschiedenen Ansätzen erkannt, das der Verkehr zentralisiert wird, statt in der Fläche zu verteilen.
Es fehlen schlicht und ergreifend Umsteigebeziehungen in der Stadtfläche, was gleichzeitig die S/U-Bahn und Trambahn in der Reisezeit sehr unattraktiv macht und damit die keine Alternative zum Auto (= notwendiger Ausbau Mittlerer Ring und Ringautobahn) darstellt:
Hier einige Beispiele einiger sehr lange bekannter, aber einfach und preiswert zu behebender Mängel (kurze Auswahl):
S2 Neue Station Dachau-Süd mit P+R Anlage
S20 Neue Station: Menterschweige (seit ca. 20 Jahren geplant,Trambahnanschluss), Anbindung Harras (S/U, BOB Anschluss, Pläne seit ca. 10 Jahren(?) fertig, aber kein Geld für geplante Weichen! Eigener Bahnsteig wäre betrieblich besser bei Störung!), Friedenheimer Brücke Süd (einfach umsetzbar! Trambahnanschluss / Stamm-streckenanschluss), Laim Süd.
Stammstrecke: Hackerbrücke: Erweiterte Wendeanlage bei Störung und in Hochlastzeiten.
S27 Neue Stationen: Menterschweige, Landsberger Str. (Trambahn)
S6 Neue Station: Ständlerstr. (Habe schon mal P
Das ist genau der Punkt. Meine angedachte Version ist mangels Vorstellungs- und Schaffenskraft der Stadtoberen wohl eher nicht möglich. Leider.
Dabei wäre allen gedient!!! Denn man muss die Kraft der Investoren schon etwas bündeln bzw. zu Gunsten einer Stadtplanung, die den Namen verdient, kontrolliert und gezielt einsetzen. Investoren könnten ein fantastisches Gestaltungsinstrument sein. Da jedoch die Stadt München damit nicht umgehen kann, bleibt das wohl aus.
Meine Devise ist immer: Altstadt- und Altbauquartieren unbedingt schützen und punktuell auch ergänzen bzw. Lücken schließen (z.B. in Ensembles); aber nicht überall. Andererseties müssen Neubauprojekte einfach repräsentativer sein und München als Millionenstadt ein Gesicht geben (meinen Vorshlag würde München locker vertragen, da müsste niemand Angst haben). München muss wieder Kullisse werden und braucht viele Gesichter und kein Allerlei.
Erst einer bedachten, zielgerichteten Städteplanung, bzw. einem Masterplan hierzu, darf ein Thema wie S-Bahn-Tunne oder Südring untergeordnet werden. Aber so macht das überhaupt keinen Sinn.
Leider weiss - so meine Einschätzung - niemand in den städtischen Ämtern bis hin zum OB Ude KEINER was für eine Jahrhundertchance für München hier besteht.
Leider schleusen sich in München die Leute gegenseitig in bestimmte Ämter und halten Still um ja nicht aufzufallen. Weder Idealismus noch Visionen sind zu erwarten.
Die beauftragten Ingenieurbüros kommen also zu dem Ergebnis, dass sie selbst und ihre Auftraggeber immer schon Recht gehabt haben.
Haben die dafür tatsächlich noch einmal Geld bekommen?
Noch als Nachtrag: Pro Bahn hat heute eine Presseerklärung veröffentlicht, in der die Vermutung geäußert wird, dass in der Südringstudie einfach zwei Bahnhöfe gestrichen wurden:
http://www.pro-bahn.de/oberbayern/presse/20091014.html
Interessant ist auch, warum das Ergebnis der "Studie" heute breitenwirksam in den Medien gestreut wird, wenn die eigentliche Veröffentlichung erst am 13. November stattfinden soll. Irgendwie riecht das alles komisch.
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