Offenbar will der Bund für den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke weniger Geld zuschießen als erhofft. Der Baubeginn rückt damit in weite Ferne. Sollte das Projekt auf absehbare Zeit nicht finanzierbar sein, müssten sich die Verkehrspolitiker einen "Plan B" überlegen.
Die Chancen für einen raschen Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke schwinden zusehends. Im aktuellen Haushaltsentwurf des Bundes sind nach Auskunft des SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer im Jahr 2012 lediglich 20 Millionen Euro für das Münchner Milliardenprojekt vorgesehen. 2013 will der Bund 24 Millionen, 2014 und 2015 jeweils 25 Millionen Euro investieren - Summen, die bei Experten eher als Trinkgelder denn als ernstzunehmender Beitrag zum Tunnelbau durchgehen. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) hat in Berlin eigentlich einen Beitrag von rund einer Milliarde Euro für die zweite Röhre eingefordert, 60 Prozent der Gesamtkosten. Der FDP-Politiker gibt sich dennoch optimistisch. "Zu Spekulationen äußere ich mich nicht", erklärte er und betonte erneut seine Hoffnung auf einen konstruktiven Abschluss der Finanzierungsverhandlungen mit dem Bund. Inoffizielle Entwürfe seien nicht entscheidend, für Zeil zählt, "was politisch entschieden wird".
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Am Marienhof werden bereits Bäume für die Zweite Stammstrecke umgepflanzt, doch der Bau des Tunnels könnte sich weiter verzögern. (© Stephan Rumpf)
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Die Zahlen stammen nach Angaben des Haushaltspolitikers Schurer jedoch ganz offiziell von Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter (CDU). Und sie zeigen für den Chef der Oberbayern-SPD ganz eindeutig: "So kommen wir nicht weiter." Einigten sich Land und Bund nicht auf irgendeine Form der Sonderfinanzierung, verschiebe sich das für den Münchner Nahverkehr so wichtige Projekt auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Der Haushaltsentwurf ist zudem keineswegs überraschend. Deckt er sich doch mit Aussagen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), für die Milliardenröhre sei derzeit nicht genügend Geld da.
Besonders fatal ist, dass sich der mögliche Baubeginn der Stammstrecke damit immer weiter in Richtung 2019 verschiebt - das Jahr, in dem das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) ausläuft, aus dem die Bundeszuschüsse für derartige Projekte stammen. Wie es anschließend weitergeht mit dem Ausbau des deutschen Nahverkehrs, steht völlig in den Sternen. Klar ist nur: Was nicht komplett bis zum letzten Hammerschlag durchfinanziert ist, darf gar nicht erst begonnen werden. Insofern markiert das Jahr 2019 eine wichtige Zäsur.
Mit dem kläglichen "Angebot" des Bundes steigt der Druck auf Zeil weiter. Denn die Abgeordneten im bayerischen Landtag wie auch Münchens Stadträte wollen rasch Klarheit darüber, ob der zweite Tunnel nun kommt oder nicht. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte seinen Parteifreund Ramsauer aufgefordert, noch in diesem Jahr Klarheit zu schaffen. Denn sollte die zweite Stammstrecke auf absehbare Zeit nicht finanziert und damit nicht gebaut werden können, müssen sich die Verkehrspolitiker Gedanken über einen "Plan B" machen - also darüber, wie die Probleme anders gelöst werden könnten.
Die Tunnelgegner verweisen dabei immer wieder auf einen (Teil-)Ausbau des Bahn-Südrings, um zusätzliche Züge durch die Innenstadt zu schleusen. Auch eine Verlängerung der U 5 nach Pasing wird immer wieder genannt. Minister Zeil indes lehnt bislang das Nachdenken über einen Plan B ab. Er verhandelt nach eigener Darstellung intensiv mit dem Bund und hat sich dabei selbst unter Druck gesetzt: Denn der Bau- und Finanzierungsvertrag, den der Freistaat im Frühjahr mit der Bahn vereinbart hat, sieht eine Vorbehaltsklausel vor. Demnach wird er nur dann wirksam, wenn bis Ende 2011 die Finanzierung durch den Bund gesichert ist.
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(SZ vom 07.09.2011)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Die neueste Antwort
...dann wird mir der Ramsauer richtig sympathisch!
...und höchste Zeit für die Betonköpfe bei der Münchner SPD wieder auf den Teppich zurückzukommen. Es gibt auch Sponsoren abseits des Tunnelbaugewerbes.
Wenn es denn unbedingt ein Tunnel sein muss, damit die Tunnelbaufirmen was springen lassen, dann verlängert doch die U-Bahn bis zum Pasinger Bahnhof - aber bitte nicht so, dass dafür die 19er Trambahn dran glauben muss!
Lieber Hypolyth,
unser geschätzter Herr OB ist doch in der Lage Gelder zu akquirieren, auch wenn die CDU/CSU an der Macht ist.
Das Problem mit der S-Bahn ist halt, dass ist nicht sexy genug für unseren OB.
Ja bei Olympia, da hat er sich ins Zeug gelegt.
Sie haben die Gesetzeslage nicht verstanden. Dafür ist der Bund verantwortlich. Es gibt 16 Bundesländer und nicht nur die Stadt München. Der Verkehrshaushalt ist von den Ländern anzumelden. Dann wird der Etat auf 16 Länder verteilt (Egal unter welcher Parteiführung) und nicht nur auf eine Stadt. Wenn Sie den Bericht gelesen hätten, wüssten Sie, das in ca. 60 Jahren ca. 100 Mrd. € an Investitionsrückstau in ÖPNV aufgelaufen sind.
Unter Rot-Grün wurde der Investitionshaushalt aufgestockt. Da wurden (teilweise) die Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut.
Unter CDUFDP wurde der Schienenverkehrshaushalt wieder sehr stark gekürzt.
So blieben viele Projekte eben im Sand stecken.
Ach, da fällt mir ein, München hatte ja mal einen Herrn Kiesel von der CSU als OB! Was hat der denn für den ÖPNV getan? Ich kann es ihnen sagen: Trambahnstilllegungen waren sein Hobby.
Die Münchner erinnern sich nicht nur deswegen mit Schaudern an seine Amtszeit.
Das ist schon historisch falsch. Fast alle Strecken sind bereits von unseren Vorvätern aus technischer und verkehrlicher Weitsicht als zweigleisige Trasse angelegt worden. Dies bedeutet, das die meisten Projekte bereits seit 100 Jahren auf der Ausbauliste stehen.
Hinderungsgründer waren meist: 1 Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, 2 Weltkrieg, Wiederaufbaukosten und absolute Förderung des Auto. Da hatte man eben andere Prioritäten.
Beim S-Bahnnetz war es mit Fahrt der 1. S-Bahn schlicht, wie immer politischer Wille keine weiteren Strecken zu bauen und die Bevorzugung des Auto.
Das Stammt noch aus Zeiten, als es keine Wutbürger gab, aber genügend konservative Leute, die nicht weiter als 5 Jahre denken wollten. Die Projekte sind aus den Zeiten, wo man völlig Fortschrittsgläubig war und Autos mit Atomantrieb fahren wollte und der Atommüll noch auf dem Komposter zu entsorgen war; der CSU alles glaubte; FJS ein Heiliger war und das Öl reichlich floß; die Umwelt völlig egal; der Rhein noch Fischfrei und Schaumkronen hatte und die Stadt und die Menschen sich dem Auto völlig zu unterwerfen hatte. Jeder der Anders dachte, war ein vaterlandsloser Geselle. Schon alleine der Vorschlag, das Fische statt Chemie im Fluß sein sollte, und Benzinblei nichts im Blut verloren hatte, trieb die CSUCDU zur Weißglut und zur Kommunistenhatz. Eben liberale und konservative Politik.
Nach deren Definition, als die Umweltgesetzt und Helmut Schmidt verschärft wurden, müsste Deutschland völlig ohne Industrie und verarmt sein. Ich habe noch das gejammer dieser Konservativen im Ohr: Jedes Gesetz zum Schutz von Umwelt und Mensch ist ein Gesetz für den Kommunismus und industriefeindlich.
Der Güternordring von FFB - Olching - Rangierbahnhof Nord - Riem und Rosenheim war also keine Erfindung der CSU, sondern stammt aus bereits aus Überlegungen der 1900 Jahre.
Wie gesagt. Unsere Vorväter haben weit in die Zukunft beim Schienenverkehr gedacht und geplant. Die Regierungen seit 1949 denken immer nur im 5 Jahres-Jahreswagen-Wahl-Plan.
Und wenn Sie die Finanzierungspläne gelesen hätten, hätten Sie feststellen können, das seit 60 Jahren der Schienenverkehr chronisch Unterfinanziert ist.
Oder wie es im Berichte steht: Eine Straße, egal wie teure und unnütz wird immer finanziert. Beim Schienenverkehr werden besonders scharfe Maßsstäbe angesetzt.
Ach ja, habe noch was vergessen.
- Ausbau Giesing - Neuperlach - Höhenkirchen-Siegertsbrunn
ok. Da sind noc
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