Aus Sicherheitsgründen Ude lehnt Islam-Zentrum nahe Stachus ab

An der Herzog-Wilhelm-Straße und der Josephspitalstraße könnte das Zentrum für Islam in Europa entstehen. Doch OB Ude ist dagegen.

(Foto: Robert Haas)

Das Zentrum für Islam in Europa wird wohl doch nicht an der Herzog-Wilhelm-Straße seinen Platz finden. OB Ude ist dagegen, das Ziem mit Moschee und Museum dort unterzubringen. Unter anderem aus Sicherheitsgründen.

Beim geplanten "Zentrum für Islam in Europa München" (Ziem) gibt es viele offene Fragen - in einem Punkt zeichnet sich nun aber Einigkeit ab: So wird das Ziem voraussichtlich nicht auf einem Areal an der Herzog-Wilhelm-Straße seinen Platz finden. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte der Süddeutschen Zeitung am Sonntag, dass das Grundstück in Stachus-Nähe, das einige Befürworter des Ziem favorisieren, aus seiner Sicht nicht in Frage komme.

Er sehe keine Mehrheit im Stadtrat dafür, das Ziem mit Moschee und Museum dort unterzubringen, unter anderem aus Sicherheitsgründen.

In der Standortfrage sei er sich mit Vertretern des Emirats Katar einig; das Land ist ein potenzieller Finanzier der Moschee des Ziem. Am Rande der Sicherheitskonferenz fand kürzlich ein Treffen von Vertretern Katars, allem voran dem Außenminister, mit Ude sowie dem dritten Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) statt.

Die Kataris hätten dabei den Bau der Moschee sehr wohlwollend beurteilt, sagte Ude. Zur Finanzierung habe es zwar keine Zusagen gegeben, aber dies sei natürlich ein Thema gewesen. Bisher ist noch unklar, wie das Ziem sowie Moschee und Museum bezahlt werden sollen. Wer auch immer die Finanziers sein werden - einig seien sich die Vertreter Münchens und Katars auch gewesen, dass das Ziem eine politisch unabhängige Einrichtung sein müsse, sagte Ude.

Der Außenminister von Katar habe beteuert, dass sein Land die Moschee als Platz für einen moderaten Islam sehe, an dem nicht politisch instrumentalisiert werden dürfe.