Die Aufwertung des Museumsareals durch die Verkehrsberuhigung der Barer Straße ist wohl vom Tisch - die Idee hinterlässt aber positive Spuren.
Es waren wohl nur schöne Visionen. Denn die vorliegenden Pläne für eine mögliche Aufwertung des Museumsareals in der Maxvorstadt haben kaum noch eine Chance, realisiert zu werden.
Der Plan: Zwischen die Uni-Bauten entlang der Theresienstraße und die Pinakothek der Moderne schiebt sich ein Neubau. Die Barer Straße wird zur Piazza zwischen den drei Pinakotheken. (© Foto: Henn Architekten)
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Bei einer Podiumsdiskussion des Münchner Forums und der Architekturgalerie gab es von Bau- und Museumsleuten sowie von örtlichen Bürgervertretern deutliche Kritik an dem Ausbaukonzept. Mitte April wollen internationale Museumsexperten, Architekten und Stadtplaner auf einer Konferenz darüber beraten, wie die Pinakothek der Moderne (PdM) vollendet werden kann und wie es mit der Entwicklung des Kunstareals weitergeht.
Im Sommer vergangenen Jahres überraschte die Stiftung der PdM die Öffentlichkeit mit dem spektakulären Vorschlag für eine neue Museumsmeile in der Maxvorstadt. Nach der Idee des Münchner Architekten Gunter Henn sollte die PdM durch einen Neubau auf der Freifläche vor dem Haupteingang die dringend benötigten Ausstellungs- und Depoträume bekommen.
Im Schnittpunkt der PdM, der Alten und der Neuen Pinakothek war auf der dann verkehrsberuhigten Barer Straße ein zentraler Platz und eine "neue Mitte" zwischen den Museen geplant. Der Stiftung ging es vor allem darum, endlich die Raumnot der PdM zu lösen und das gesamte Areal aufzuwerten. Es sollte auf einer Stufe mit Kunstmetropolen wie Berlin, Dresden, London oder Paris stehen.
Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Die Barer Straße vom Autoverkehr freizuhalten und mitten auf eine Grünfläche einen Neubau zu stellen - das hat wohl keine Chance mehr. Am traditionellen Straßenraster der Maxvorstadt dürfe man nicht herumfummeln, forderte der örtliche Bezirksausschussvorsitzende Oskar Holl.
Die Straßenbahn werde auch weiterhin durch eine verkehrsberuhigte Barer Straße fahren, sagte der frühere Baureferent Horst Haffner, der sich während seiner Amtszeit besonders für das Museumsquartier engagiert hatte: "Wie will man dort eine ruhige Piazza schaffen?" Haffner plädiert für einen umfassenden Verkehrsplan. Denn noch immer gibt es keine Lösung für den Dauerbrenner-Konflikt, wie man die PdM wegemäßig besser mit der Altstadt verknüpfen kann. Außerdem sollten die "autobahnähnlichen" (Haffner) Einbahnstraßen rund um die PdM zu "normalen" Straßen zurückgebaut werden.
Der Leiter des Architekturmuseums in der PdM, Professor Winfried Nerdinger, ist gegen eine "neue Mitte" zwischen den Pinakotheken: "Damit grenzen wir nur die anderen Museen in der Maxvorstadt aus." Notwendig sei ein Konzept, das beispielsweise durch ein besseres Informationssystem für die Museumsbesucher alle Kunstgebäude vernetze.
Mit großer Leidenschaft verteidigt Markus Michalke von der Stiftung der PdM den im vergangenen Jahr vorgelegten Plan nun auch nicht mehr. Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie man die Raumnot der PdM und dabei speziell die der Graphischen Sammlung lindern könne: "Dazu haben wir die Diskussion mit dem Vorschlag des Architekten Henn angestoßen."
Zwingend notwendig sei auch ein Nachdenken darüber, warum das Münchner Kunstareal international an Aufmerksamkeit verloren habe: "Es muss endlich etwas geschehen, das zur Aufwertung beiträgt."
Nicht zuletzt ist die Frage offen, ob der vom PdM-Architekten Stephan Braunfels geplante zweite Bauabschnitt entlang der Gabelsberger- und Türkenstraße kommt oder nicht. "Ich erhalte in letzter Zeit immer mehr Signale aus dem Kunstministerium, dass dieses Projekt realisiert wird - die Frage ist allerdings wann", sagt Stephan Braunfels.
Mag der im Sommer 2008 präsentierte Verschönerungsplan für die Pinakotheken inzwischen nur noch ein großes Traumgebilde sein - die Diskussion um die Aufwertung des Museumsquartiers hat er jedenfalls stark befördert. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die zweitägige Konferenz im April.
Kommen sollen unter anderem die Direktoren des British Museums und des Art Instituts in Chicago. Finden will man tragfähige Vorschläge für einen Ideenwettbewerb zur Weiterentwicklung des Museumsareals und der PdM. Eingeladen zum Gedankenaustausch sind am zweiten Tag nicht nur Kunstexperten, sondern auch politische Entscheidungsträger.
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(SZ vom 26.03.2009/sonn)
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...man darf dem politischen Gegner nicht den Triumph gönnen, auch wenn die Idee in den eigenen"grünen" Köpfen gereift sein könnte.
Was ist daran so unmöglich, eine Straße zu verkehrsberuhigen? Auch wenn alle 5 Minuten noch eine Straßenbahn durchfährt. Das wäre dann in der Theatinerstaße auch nicht sinnvoll.
Das Konzept der einzelnen Kuben find ich gelungen. In einigen Jahren muss sowieso das Unigebäude an der Theresienstraße wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Hier stelle ich mir einzelne Würfel vor, jeder von einem renommierten internationalen Architekten gestaltet. Diese können dann vergeben werden, z. B. an das Vitra Design Center, die in Berlin auch eine Ausstellung unterhalten, warum nicht neben der PdM, oder an die Petersburger Eremitage - die suchen seit Jahren eine Dependance. Von mir aus auch an das Wachsfigurenmuseum der Madame Toussaint, hauptsache es zieht Touristen an. Dadurch hätte man auch die internationale Aufmerksamkeit gewonnen. Und es wäre ein Museumsareal, das locker die Museumsinsel in Berlin in den Schatten stellt.
Nur wagen muss man etwas und nicht nur zerreden.
Was die Pinakotheken sicherlich nicht brauchen, sind Platzlösungen, Umfriedungen (durch Kanäle oder ähnliches) oder eine weitere Betonung als "Museumsinsel". Was sie dringend brauchen, ist eine stärkere Einbindung in die Stadtstruktur.
Meiner Ansicht nach ist es erforderlich, Barer Straße und Brienner Straße zu (Fußgänger-freundlicheren!) attraktiven Boulevards umzugestalten. Der Karolinenplatz muss in seiner Funktion als Kreuzungspunkt und Verteiler zwischen diesen "Kulturachsen" aufgewertet werden.
Was letztlich baulich im Areal selbst passiert, ist eine andere Frage. Zunächst sollten jedoch die städtebaulichen Aufgaben gelöst werden. Denn dadurch wird der Rahmen geschaffen, in dem sich Attraktivität und Funktionalität entwickeln können. Dass es nicht damit getan ist, architektonische Solitäre auf eine Freifläche zu setzen, sieht man ja derzeit deutlich genug.
Man haette den Abriss des Suedgelaendes der TU nutzen sollen und gleichzeitig die Gabelsbergerstrasse zwischen Arcis- und Tuerkenstrasse in den Untergrund verlegen sollen (wo sie ja quasi anschliessend eh verschwindet). Das Loch noch 100m breiter zu machen und einen Tunnel zu giessen waere sicher auch von den Kosten her opportun gewesen. Das haette die Verkehrssituation entspannt, zur Ruhe in der Area "Museen" beigetragen und gleichzeitig die Verbindungen besser geschlossen.
Man kann dem dem Münchner Forum nur danken dafür, dass diese seltsame Vision nicht realisiert wird; das wäre weder architektonisch noch praktisch betrachtet eine Aufwertung gewesen. Lediglich ein inhomogenes Stückwerk, Kästen, die die Räume zustellen und in keinerlei Bezug zueinander stehen.
Eine große Chance wurde beretis bei der PdM vertan, die nun schon wieder zu klein ist - obwohl sooo groß deren Größe gelobt wurd. Architektonisch ist es sicherlich kein Highlight, weshalb die PdM auch international nicht wirklich in Erscheinung triit. Man wollte etwas zurückhaltendes und bekommmt dafür eine zurückhaltende internationale Aufmerksamkeit. Das ist nun mal so. Braunfels hat es nicht geschafft die wunderbare Rotunde nach außen zu transportieren.......absoluter Kardinalsfehler.
Ein großer Fehler ist auch die Anordnung des neuen Brandhorst Museums, das absolut unmermittelt an den Rand gedrängt ist und keinerlei Beziehung zu irgendetwas hat. Obwohl der Bau an sich gelungen, ist durch die Verdichtungswirkung dieses Gebäudes eben kein architkektonischer Wurf für das Kunstareal als solches zu erwarten.
Jetzt hilft nur noch eines:
Das Gebhäude "Reich der Kristalle muss weg!!!! Dafür muss dann ein zur PdM korrespondierender Riegelbau her. Man könnte das Thema Wasser und Kanäle aufgreifen, um das Areal als Museumsgebiet zu umgrenzen. Eine Berliner Museumsinsel würde man so nicht schaffen aber immerhin hätten Kanäle, welche die Museen umziehen einen Effekt: Sie würden das Areal hervorheben.
Ein bisschen spektakuläre muss die Architektur aber umbdingt werden. Vielleicht kann Herr Braunfels der PdM noch eine moderne Kuppel draufsetzen; irgendetwas fehlt da einfach.
Wenn Herr Braunfels das was er am Marschstall zu viel macht (machen will) der PdM hinzufügt, wäre einiges gewonnen. Also dann mal los.