Britwochs im Atomic-Café, erste Regel: Rosa-Polohemden-Träger müssen leider draußen bleiben.
Britwoch im Atomic Cafe bedeutet jeden Mittwoch WG-Party-Atmosphäre für Stammgäste, kombiniert mit Highschool-Abschlussball-Feeling für alle Neulinge. WG-Party, weil man nach spätestens zwei Besuchen die Hälfte der Gesichter kennt und mit einigen bereits in geselliger Runde den einen oder anderen Schnaps an der Bar gekippt hat. Abschlussballfeeling, weil der Altersdurchschnitt bei frischen Anfang Zwanzig liegt und die übrigen Gäste in der durchgestylten Menge junger Hüpfer wie Anstandsdamen und Pausenhofaufpasser wirken.
(© Foto: Michaela Förster)
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Das Atomic ist eine Institution des Münchener Nachtlebens. Es steht für die andere Seite der Party, abseits von P1 und Schicki-Micki. Über den Orange-Blau-Retro-Gestylten Club stolpert man in der Neuturmstraße 5, in bequemer Laufnähe zum Marienplatz.
Die Einlasskriterien sind hart: Rosa Polohemden und Pullis, die um die Schulter gebunden wurden, gelten als No-Go. Tipp für männliche Nachteulen: Einzeln eintrudeln, anstatt in der Gruppe, falls der Frauenanteil den Testosteronanteil nicht deutlich überschreitet.
Wochentags liegt der Eintritt bei schlappen 4 Euro, am Wochenende steigt der Eintrittspreis auf satte 7 Euro an. Vor 23 Uhr ist der Eintritt wochentags frei, am Wochenende gibt es vor 23 Uhr ermäßigten Eintritt, es sei denn, eines der zahlreichen Konzerte findet statt, bei denen sich Miniclubgrößen der Indieszene die Klinke in die Hand drücken. Die Gaben der vier allmittwöchlich wechselnden DJs sind im Gesamtpreis inbegriffen, ebenso die stets mit einer feierfreudigen, wenn auch im Großen und Ganzen sehr homogenen Menge gefüllte Tanzfläche.
Nach wildem Halblanghaar-Schütteln lockt die Bar mit kühlen Köstlichkeiten: Augustiner Bier, das klassische Atomicgetränk, kostete gesalzene 3,70 Euro. Den Tequila gibt es, ebenfalls gesalzen, für 3 Euro, und in der ersten Stunde nach Öffnung liegt der Preis für alle Cocktails bei 6 Euro. Dafür muss sich zumindest der Indiepop-Fan die Musik hier nicht für teures Geld schön trinken. Die DJs unterhalten mit mal mehr, mal weniger guten Rundumschlägen durch alles, was das Genre Indie-Musik aktuell und retrospektiv zu bieten hat. Außerdem und exklusiv: Britpop-Schnulzen-Garantie.
Verhungert oder an Nikotinmangel gestorben ist hier bisher auch noch niemand: Der Garderoben-Kiosk bietet von Schokoriegeln über Chips bis hin zu Zigaretten alles Überlebenswichtige für wildes Abzappeln auf der Tanzfläche oder exzessives Dauerabhängen an der Bar. Selbst die Toiletten bieten exzellente Unterhaltung: in bester Schülermanier beschmiert, kommt das aparte metallene Klobrillendesign besonders gut zur Geltung. Dreckig - aber der Lesestoff geht nie aus.
Fazit: Ein München-typisch teurer Club, der versucht, anders zu sein als die anderen - und dadurch auch schon wieder eine Konstante geworden ist. Trotzdem immer eine gute Adresse für entspannt wildes Feiern.
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(sueddeutsche.de)
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Das Atomic ist schon lange nicht mehr das was es nmal war. Wer den Schal getragen hat, trägt oder noch tragen wird hat keine ahnung oder ist ein sch.eiß radikaler.
ich meinte natürlich meer...
dann sollten sich die indieclubesucher einmal fragen warum sie so etwas tragen und was sie damit ausdrücken wollen.
wollen sie einfach nur schnodderig-cool daher kommen mit einem schal, den schon ein gewisser herr arafat trug und damals die juden zurück ins mehr jagen wollte??
so etwas sollte durchaus zum nachdenken anregen, oder wollen die pseudopolitischen schalträger historisch beschränkter auftreten als jeder dahergelaufener "popper" in einem indieclub???
Intifadaschals (vormals Palästinensertücher, oder vlgo "Windeln") wurden in Indie-Clubs schon getragen, als Popper noch Popper hießen und in Popperläden gegangen sind!
Das sollte eigentlich auch so bleiben. I
ch denke für den Türsteher ist eine Abmahnung fällig!
just an diesem mittwoch, britwoch um genauer sein zu sein, stolperte ich mit polohemd und um die schultern gebundenem pulli in das atomic cafe.
hinderungsgrund für meinen einlass war dies nicht, ich habe den abend genossen und musste mich nur über die mittlerweile unerträglich gewordenen intifadaschals ärgern.