Asylbewerber im Gewerkschaftshaus DGB bietet Flüchtlingen Hotel an

Der Gewerkschaftsbund will die Asylbewerber in seinem Haus nicht mehr dulden. Er bietet stattdessen an, ein Hotel zu bezahlen oder die Gruppe im Jugendcamp "The Tent" im Kapuzinerhölzl unterzubringen. Nun hängt alles an einer Entscheidung der Flüchtlinge.

Von Susi Wimmer und Melanie Staudinger

Langsam verliert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Geduld: Er hat die 55 Asylbewerber aufgefordert, sein Haus in der Schwanthalerstraße zu verlassen. Dort protestieren die Flüchtlinge seit Dienstagabend und fordern Lockerungen in der bayerischen Asylpolitik, etwa die Abschaffung von Essenspaketen, der Residenzpflicht und Arbeitsverboten. Zuvor waren sie zwei Wochen lang demonstrierend durch Bayern marschiert.

Am Donnerstagnachmittag suchte Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, nun das persönliche Gespräch mit den Asylbewerbern und ihren Unterstützern. Freundlich, aber bestimmt machte er ihnen klar, dass der DGB zwar einige ihrer Forderungen unterstütze, sie aber dennoch nicht länger beherbergen könne, weil das Gewerkschaftshaus eben kein Hotel sei.

Jena hat den Flüchtlingen angeboten, dass sie auf Kosten des DGB in ein Münchner Hotel oder in das Jugendcamp "The Tent" im Kapuzinerhölzl umziehen könnten. Er bat die Gruppe, es nicht auf eine Räumung ankommen zu lassen. Die Polizei würde die Flüchtlinge auf dem Weg in die neuen Unterkünfte nicht kontrollieren.

Bisher hatten die Demonstranten erklärt, dass sie das Gebäude aus Angst vor der Polizei nicht verlassen wollten - obwohl die Münchner Beamten bereits früher zugesichert hatten, sie auf dem Weg zu einer neuen Unterkunft gewähren zu lassen. Einige der demonstrierenden Asylbewerber unterliegen der Residenzpflicht und dürfen sich nach eigenen Angaben nicht in München aufhalten.

Am Freitagmorgen hieß es im Bayerischen Rundfunk, die Asylbewerber lehnten das Angebot des DGB ab. In einem Hotel untergebracht zu werden, würde ihren politischen Forderungen keinen Nachdruck verleihen, genau das aber wollen sie, sagte ein Sprecher der Flüchtlinge. Sie gaben an, so lange bleiben zu wollen, bis alle ihre Forderungen erfüllt würden. Auf ihrer Internetseite kündigten sie an, am Samstag an einer Kundgebung teilnehmen zu wollen.