In München gelten deutlich weniger Menschen als arm als im Bundesschnitt. Doch die Statistik täuscht. Die Armutsgefahr ist in München nur scheinbar geringer als anderswo.
15,6 Prozent der Deutschen sind von Armut bedroht - jeder sechste Einwohner also. Das hat das Statistische Bundesamt am Donnerstag veröffentlicht. Doch wie arm oder reich demnach die Münchner sind, geht aus diesen Zahlen nicht hervor.
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Dennoch hat das Bundesamt die Daten für Länder und Regionen ebenfalls errechnet - wenn auch auf einer anderen, deutlich größeren Datengrundlage als der Statistik "Leben in Europa", auf der die neue bundesweite Armutsquote fußt. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens bezieht.
Und da sind in München, der größten europäischen Haushaltsbefragung "Mikrozensus" zufolge, große Unterschiede zu verzeichnen - je nachdem, auf welches mittlere Einkommen sich die Armutsquote bezieht. Am bundesweiten Durchschnittseinkommen gemessen gelten in München deutlich weniger Menschen als arm als im Bundesschnitt: 10,7 Prozent (Berlin: 19,2 Prozent, Leipzig: 26,4 Prozent).
Gemessen am durchschnittlichen bayerischen Haushaltseinkommen wären schon 13,6 Prozent der Münchner armutsgefährdet. Und wenn man das durchschnittliche Münchner Haushaltseinkommen zugrunde legt, wird deutlich, dass die soziale Spaltung in der Landeshauptstadt verglichen mit anderen deutschen Großstädten sogar besonders groß ist: Demnach haben 18 Prozent der Münchner weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens, das die Bewohner der Landeshauptstadt beziehen.
Dieser Wert schwankt seit 2005 nur geringfügig. In Berlin dagegen ist die Spaltung im Fünfjahresvergleich geringer geworden (16,1 auf nur 14,2 Prozent). Zugleich hat dort die Armutsgefahr auch im Bundesvergleich leicht abgenommen.
Das Statistische Bundesamt gibt bei allen Vergleichen zu bedenken, dass gerade in Regionen mit hohem Mietniveau und teuren Lebenshaltungskosten das Armutsrisiko aufgrund der Zahlen unterschätzt werde - in anderen hingegen überschätzt. Ob in München also tatsächlich weniger Menschen armutsgefährdet sind als in Berlin oder in Leipzig, wo die Mieten deutlich billiger sind, bleibt offen - trotz aller Statistik.
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(SZ vom 04.11.2011/wib)
Die neueste Antwort
Frei nach Mark Twain: "Ich glaube nur den Statistiken die ich selber gefälscht habe!"
oder ein anderer: "Es gibt 3 Methoden zu lügen: Statistiken, Statistiken und Statistiken."
Gutachten und Statistiken, Fakes alle zusammen.
je nach Rechengrundlage.
Würde man das Durchschnittseinkommen von Starnberg heranziehen, dann wären 90% der Münchner arm
beim Durchschnittseinkommen von Bangladesch wären es 0 %
Soviel zur Aussagekraft von Statistiken.
die Rot-Bewertung ist unangebracht!
"Wenn das durchschnittliche Haushaltseinkommen sinkt, sind also plötzlich weniger Leute arm, da dann weniger Menschen unter die 60%-Grenze fallen. D. h., diese galten rechnerisch als arm, sind es aber dann nicht mehr, ohne dass sie auch nur einen Cent mehr verdienen. "
Nach der definition der Armut ist es so!
Wenn das durchschnittliche Haushaltseinkommen sinkt, sind also plötzlich weniger Leute arm, da dann weniger Menschen unter die 60%-Grenze fallen. D. h., diese galten rechnerisch als arm, sind es aber dann nicht mehr, ohne dass sie auch nur einen Cent mehr verdienen.
Vielleicht dienen solche Berichte und Statistiken aber auch nur ihren Erstellern und der ganzen Sozialindustrie als Rechtfertigung ihrer Existenz, Selbstbeschäftigung und Einkommensquelle.