Arena in Fröttmaning Ein Hotelbett für Bayern-Fans - mit Blick aufs Spielfeld

Ungewohnter An- und Ausblick: die geplante Hotel-Loge in der Arena in Fröttmaning.

(Foto: Simulation: Courtyard by Marriott)

Der neue Sponsor des Vereins gestaltet eine Loge zum Hotelzimmer um. Was kommt als nächstes? Vielleicht Stadion­bestattungen.

Kolumne von Florian Fuchs

Klaus Augenthaler behauptet ja heute noch, er sei nicht eingenickt damals gegen den Karlsruher SC, 1996, im Olympiastadion. Dabei ist auf den Fernsehbildern in Superzeitlupe klar zu erkennen, wie er als Co-Trainer auf der Ersatzbank die Augen schließt und der Kopf sich gen Tartanbahn neigt. Die Sportsendungen haben einen großen Spaß gemacht aus diesen Bildern, heute würde da niemand mehr lachen.

Der Stress wird ja immer größer, die Menschen hetzen von Termin zu Termin, so ein Co-Trainerjob ist auch kein Wellness-Urlaub, und Powernaps - das weiß man aus diesen US-Studien - fördern die Gesundheit. Würde Klaus Augenthaler also heute müde auf der Ersatzbank in der Allianz-Arena, sie würden ihn fürsorglich in die Loge des neuen Hotelpartners des FC Bayern begleiten, ihn auf das Bett dort legen und ihm die kuschelige Decke bis unters Kinn ziehen.

Ja, es wird bald ein Bett im Stadion in Fröttmaning stehen, was nicht nur bei Spielen gegen den Hamburger SV von Nutzen sein dürfte. Der FC Bayern hat einen neuen Sponsor gefunden - es muss der zirka zweihundertfünfunddreißigste sein - und der richtet seine Loge ein wie eines seiner Hotelzimmer. Mit Bett und Blick aufs Spielfeld. Das ist nett, aber nicht neu, in Leverkusen haben sie sogar ein richtiges Hotel im Stadion, in dem man auch übernachten kann. In der Münchner Arena darf der Hotelkettenfan nur zu den Spielen rein, dafür mit Hotelketten-Super-VIP-Status.

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Es kann nicht mehr lange dauern, dann erlaubt der FC Bayern seinen Anhängern auch, sich im Stadion zur letzten Ruhe zu betten. In England ist so etwas beliebt, selbst wenn der FC Everton seine Bestattungen am Spielfeldrand wieder einstellen musste - es war einfach kein Platz mehr für all die Asche. Bei den Queens Park Rangers und auch bei Arsenal London haben sie vor Jahren noch die Asche ihrer Fans sogar über das Spielfeld verstreut, bis kleinliche Bedenkenträger das anprangerten und sich außerdem die Greenkeeper beschwerten, weil der Rasen immer so schnell austrocknete. Bleibt also zu hoffen, dass der FC Bayern kein Bestattungsunternehmen als zweihundertsechsunddreißigsten Sponsor findet. So etwas würde für den Bayern-Fan ja auch Risiken bergen: Wer will schon dort enden, wo irgendwann mal wieder Löwen herumtrampeln könnten?