Von Gustav Weinberger

Statt Currywurst und Flaschenbier gibt es hier Riesengarnelen und Zimt-Mousse. Das Restaurant im Fröttmaninger Stadion "Arena a la carte" lehrt eine neue Fußballweisheit: Im Stadion ist es manchmal an spielfreien Tagen am schönsten.

Als der Ball noch rund war und ein Spiel 90 Minuten dauerte, war ein Stadionbesuch den einfachsten kulinarischen Spielregeln unterworfen. Man stand im Fanblock, in der einen Hand die Wurst, in der anderen das Bier, und wenn es was zu jubeln gab, hat das Bier endlich mal geschäumt.

Kein Vereinsstüberl, sondern schickes Stadionrestaurant: Im "Arena a la carte" in Fröttmaning sitzt der Gast in noblem Ambiente. (© Foto: Stephan Rumpf)

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Das war zu jener Zeit, bevor Weinbergers glückloser Lieblingsverein von der ersten in die vierte Liga durchgereicht wurde, und natürlich war danach alles anders. In der Eventkultur des Sports hat mittlerweile jedes 90-minütige Spiel ein Vorspiel und ein Nachspiel in der Lounge. Dort wird getagt und getafelt, der Bauch ist rund, und zum grünen Rasen passt heute auch Rote Bete.

Klagen will Weinberger darüber gewiss nicht - früher war nicht alles besser, auch nicht der Fußball, und erst recht waren es nicht die Stadien. So etwas wie die wunderschöne Münchner Allianz Arena hätte sich in der damaligen Betonkultur niemand vorstellen können. Und selbst dort kann man ja heutzutage noch auf Bier und Wurst vertrauen - aber man muss es nicht. Es gibt Alternativen. Es gibt das Stadionrestaurant "Arena a la carte", und ohne Übertreibung darf man es wohl das erste Haus am Platz in Fröttmaning nennen.

Im ersten Stadionstock gelegen, bietet das Lokal auf weiter Fläche reichlich Platz. Holzböden, Säulen, weiße Wände - der Gastraum ist klar, hell und so schick, dass man sich im tribünentauglichen Trikot gleich mal ziemlich underdressed fühlen kann.

Ein Vereinsstüberl sieht eben anders aus, auch wenn es bei Löwen-Spielen blau und beim Auftritt des FC Bayern rot von draußen hereinschimmert. Das schafft Atmosphäre, und an Spieltagen, zumal bei den Bayern, empfiehlt sich eine sehr rechtzeitige Reservierung. Ob sich das lohnt, ist eine andere Frage. Denn wenn das Stadion voll ist, bleiben im Restaurant viele Versprechungen leer.

Geboten wird dann auf einer recht übersichtlichen Speisekarte vor allem das, was schnell geht. Eine kräftige Leberknödelsuppe zum Beispiel oder Kartoffelsuppe mit gebratener Blutwurst, die einem schwerer im Magen liegen kann als eine Heimniederlage. Vornehmlich bayerisch geht es auf der Karte zu, mit Wurstsalat und Brotzeiten und allerlei Braten. Grundsätzlich sind die Portionen groß, manchmal sehr groß, und die Preise angemessen - Suppen und Desserts bei etwa vier Euro, Hauptspeisen zwischen 10 und 17 Euro.

Als Kernstück der Speisekarte könnte man den Schweinebraten mit Kartoffelknödel und Speckkrautsalat bezeichnen. Als ofenfrisch wird er angepriesen. Doch der Braten schmeckte so, als ob dem Ofen noch ein Trockengang in der Mikrowelle gefolgt wäre. Ein weit größeres Desaster war allerdings noch das gebackene Karpfenfilet mit einem sehr sauren Gurken-Kartoffelsalat.

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