Antrag der SPD-Stadträte Neue Töne für München

Das Viehhof-Gelände an der Tumblingerstraße solle überprüft werden. fordert die SPD.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Die SPD-Fraktion im Rathaus fordert mehr Platz für Rock- und Popkonzerte in München.
  • In einem Antrag haben die Sozialdemokraten die Stadtverwaltung nun aufgefordert, nach zusätzlichen Konzerträumen und Freiflächen für Open-Air-Konzerte zu suchen.
  • Damit kommt die Politik den Forderungen der Konzertveranstalter nach.
Von Andreas Glas

Zurzeit ist ja viel die Rede von einem neuen Klassik-Konzertsaal. Doch wie viel Platz gibt es in München eigentlich für Rock- und Popkonzerte? Zu wenig, finden nicht nur die Konzertagenturen, sondern auch die SPD-Fraktion im Rathaus. In einem Antrag haben die Sozialdemokraten die Stadtverwaltung nun aufgefordert, nach zusätzlichen Konzerträumen zu suchen, die Platz bieten für 3000 bis 7000 Besucher. Auch neue Freiflächen für Open-Air-Konzerte für bis zu 20 000 Menschen sollen geprüft werden.

Damit kommt die Politik den Forderungen der Konzertveranstalter nach, die sich zuletzt immer häufiger über fehlende Räume und Flächen für Unterhaltungsmusik und Showproduktionen beschwert hatten. Vor allem an Sälen mit einer Kapazität von 2500 Zuschauern mangele es, sagt Alexander Wolfrum, der Vorsitzende des Verbands der Münchner Kulturveranstalter (VDMK). Als VDMK-Vorsitzender vertritt Wolfrum mehr als 50 Mitglieder, die zusammen rund 700 Mitarbeiter beschäftigen. Zuletzt hatte er vor allem kritisiert, dass die neu gebaute kleine Olympiahalle für größere Konzerte nicht geeignet sei. "Wenn ein LKW nicht mal anfahren kann, um ausladen zu können, dann war das eine Fehlplanung", sagt Wolfrum.

Mehr Raum für Open-Air-Konzerte

Zumindest was Open-Air-Konzerte betrifft, nennt die SPD-Fraktion bereits konkrete Vorschläge. Zu den Flächen, "die eine Überprüfung wert sind", gehören laut SPD-Antrag das Sommer-Tollwood-Gelände und der Spiridon-Louis-Ring im Olympiapark, das Viehhof-Gelände an der Tumblingerstraße, das Riemer Reitstadion sowie die Park- und Freiflächen an der Neuen Messe Riem. Dort gibt es zwar bereits Flächen, auf denen Konzerte stattfinden, doch könnten diese häufig nicht früh genug reserviert werden. Wichtig sei es deshalb, dass bei den neuen Flächen eine Reservierung mindestens neun Monate vor dem Konzerttermin möglich sei. Nur so, heißt es in dem SPD-Antrag, bestehe für die Veranstalter auch wirklich Planungssicherheit.

"Wir begrüßen das außerordentlich", sagt VDMK-Vorstand Wolfrum, "denn unsere Mitglieder haben in den letzten Jahren immer wieder Künstler von Weltruhm ablehnen müssen". Zu diesen Künstlern gehörten unter anderem der kanadische Pop-Poet Leonard Cohen und die russische Opernsängerin Anna Netrebko. Neben der Politik suchen deshalb auch die Konzertagenturen in einem eigenen Arbeitskreis nach Flächen. In Kürze, so Wolfrum, werde man mit zwölf konkreten Vorschlägen an die Stadt herantreten.

Diese Vorschläge decken sich zum Teil mit denen der SPD-Fraktion. Gerade auf den Grundstücken der ehemaligen Olympia-Reitanlagen in Riem gebe es "große, ebene Flächen, sogar mit Tribünen", sagt Wolfrum. Genauso wichtig sei allerdings die viel schwierigere Suche nach Hallen, die sich für Konzerte eignen. Denn sollte die Philharmonie tatsächlich saniert und deshalb für einige Jahre geschlossen werden, wird es für die privaten Veranstalter noch enger als bisher. Wenn es dann immer noch keine Alternative gebe, so Wolfrum, "dann können die privaten Konzertagenturen einpacken".