Das Oktoberfest ist eröffnet, die Stimmung steigt - und die Politiker klopfen Sprüche. Münchens OB Ude witzelt über die CSU und Ministerpräsident Seehofer plant für die Kanzlerin ein ganz besonderes Geschenk.

Das Massenbesäufnis kann beginnen, das 176. Oktoberfest ist eröffnet. Um 12 Uhr trat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude mit Schlägel in der Hand vor das Holzfass. Dann holte er aus. Wie im vergangenen Jahr brauchte Ude nur zwei Schläge, um den Zapfhahn in das erste Fass mit Wiesn-Bier zu treiben. Dann rief er: "O'zapft is!"

Oktoberfest 2009

Zwei Schläge: Ude hat das 176. Oktoberfest eröffnet. (© Foto: Reuters)

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Damit stellte er seinen Rekord von 2005 und 2008 ein. Bei seiner Premiere 1993 hatte er noch sieben Schläge gebraucht. Ude rief alle Oktoberfestbesucher auf, dazu beizutragen, dass es eine "friedliche Wiesn" werde.

Die erste Maß erhielt traditionsgemäß der bayerische Ministerpräsident. Für Horst Seehofer (CSU) war es die Premiere bei der Anzapfzeremonie. Ude, der bereits zum 16. Mal den Anstich vornahm, scherzte: "Ich genieße es, dass ich hier jedes Jahr die Chance habe, einen neuen Ministerpräsidenten kennen zu lernen. Wo ist so viel Abwechslung heute noch geboten?" Im vergangenen Jahr hatte er die erste Maß Günther Beckstein überreicht, vor zwei Jahren Edmund Stoiber (beide CSU).

Aber auch Seehofer hatte die Lacher auf seiner Seite. Auf die Frage, ob er auf dem Oktoberfest schon einmal "abgestürzt" ist, sagte er offen: "Nicht nur einmalig - mehrmals."

Zudem gab der CSU-Chef neidlos zu: "Ich hab' nicht so schöne Wadeln wie der Oberbürgermeister." Deswegen sei er im Trachtenanzug und nicht in Lederhose gekommen wie Ude.

Seehofer sagte anschließend, er wolle Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem Besuch am Sonntag am Chiemsee ein Lebkuchenherz vom Oktoberfest überreichen. Über die Aufschrift ist sich der bayerische Ministerpräsident noch nicht ganz sicher. "Es muss schon was Hintersinniges sein", sagte er. "Vielleicht: 'Du bist mein Sonnenschein.'"

Bevor es überhaupt losging, wurden die Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen - wie in jedem Jahr. Schon am Morgen hatten hunderte Schaulustige - die meisten von ihnen dem Anlass entsprechend in Dirndl oder Lederhosen - den Einzug der Wiesnwirte verfolgt.

Das größte Volksfest der Welt dauert bis 4. Oktober. Erwartet werden mehr als sechs Millionen Gäste aus aller Welt. Mit bis zu 8,60 Euro für eine Maß erreichen die Bierpreise auf der Wiesn wieder einmal einen neuen Rekord. Insgesamt empfangen 624 Schausteller die Besucher aus aller Welt auf der Theresienwiese.

(Auf Twitter berichtet sueddeutsche.de live vom ersten Wiesnsamstag, www.twitter.com/muenchenextra.)

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(sueddeutsche.de/ddp-bay/sonn)