Harthof Anschlag auf geplantes Flüchtlingsheim: Vater verriet Brandstifter an Polizei

Drei Jugendliche haben zwei Molotowcocktails auf das Gelände der geplanten Unterkunft geworfen, die jedoch nicht explodierten.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Der Brandanschlag auf die noch nicht bezugsfertige Flüchtlingsunterkunft im Norden Münchens war nach Ansicht der Polizei keine politisch motivierte Tat.
  • Drei Jugendliche gaben bei ihrer Vernehmung an, dass sie die Unterkunft haben verhindern wollen, weil zu wenig mit den Anwohnern gesprochen worden sei.
  • Die Polizei wurde vom Vater eines Jugendlichen verständigt.

Es war der Vater eines der drei festgenommenen Jugendlichen, der nach dem Brandanschlag auf die noch nicht bezugsfertige Flüchtlingsunterkunft im Harthof die Polizei verständigt hatte. Wie Olaf Schleicher, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion 47 dem Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart mitteilte, sei am Freitag der vergangenen Woche gegen 21 Uhr der Anruf eingegangen.

Der Vater habe am Telefon erklärt, er wüsste von seinem Sohn, dass es in der Flüchtlingsunterkunft an der Neuherbergstraße 28 gebrannt habe. Daraufhin sei, so erklärte Schleicher, die Polizei sofort zur Neuherbergstraße gefahren und habe dort drei Jugendliche beobachtet und verfolgt.

Jugendliche werfen Molotowcocktails auf geplante Flüchtlingsunterkunft

Nach der Festnahme gaben die drei Jugendlichen an, sie hätten das Flüchtlingsheim anzünden wollen, um den Bau zu verzögern. Von Wolfgang Görl und Nicole Graner mehr ...

Der kleinere Bruder hat seinem Vater Bescheid gesagt

Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass die Jugendlichen Steinschleudern, Glaskugeln und Material dabei hatten, um Molotowcocktails zu bauen. Bei den Vernehmungen zeigte sich, dass der kleinere Bruder vom Vorhaben des großen Bruders wusste und schließlich seinem Vater Bescheid gesagt hatte.

Die drei Jugendlichen sind Nachbarn und wohnen in der Nähe der Neuherbergstraße. Als Motivation gaben die Heranwachsenden - zwei von ihnen haben selbst einen Migrationshintergrund - an, sie wollten die Flüchtlingsunterkunft verhindern, weil die Anwohner viel zu wenig in deren Planung einbezogen worden seien.

Sie hätten keinesfalls Menschen verletzen, sondern den Bezug der Unterkunft verhindern wollen. "Eine politisch motivierte Tat ist das damit wohl nicht gewesen", sagt Schleicher. "Bis die Flüchtlinge in die Unterkunft an der Neuherbergstraße 28 ziehen, werden wir das Grundstück im Auge behalten und verstärkt Streife fahren."

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