Amin aus Syrien

Eigentlich hatte Amin zwei Taschen dabei. Der 28-Jährige packte vor allem Kleidung ein, als er seine Heimat Syrien verließ. Doch auf dem Weg musste er sein Gepäck zurücklassen. Er floh über die Türkei, stieg in ein Schlauchboot, das ihn nach Griechenland brachte - für die Taschen war da kein Platz. Die Schlepper wollten so viele Menschen wie möglich im Boot unterbringen, sagt Amin. Mitnehmen konnte er nur zwei Dinge: Seine Papiere und sein Smartphone, beides sorgfältig in einen Plastikhandschuh gesteckt, gegen die Wellen, die ins Boot schwappten. Sein Pass liegt jetzt bei den Behörden. In einer Klarsichthülle zusammengefaltet trägt Amin ein Dokument mit sich, das bestätigt, wo er zuerst registriert wurde, und dass er jetzt in der Unterkunft an der Denisstraße schlafen kann.

Amin ist bereits seit einem Monat in Deutschland und bekam schon mehrmals eine neue Unterkunft zugeteilt. München gefällt ihm gut, hier würde er gerne bleiben. "Wenn es irgendwie geht", sagt er. In Syrien hatte Amin gerade sein Jurastudium abgeschlossen. Sein Gesicht will der große Mann lieber nicht fotografieren lassen. Er hat Angst um die Familie zu Hause.

Bild: Stephan Rumpf 10. September 2015, 07:382015-09-10 07:38:04 © SZ.de