Amoklauf in München Messerstecher verletzt acht Menschen

Ein 48 Jahre alter Mann hat acht Menschen in einem Linienbus und an einer Haltestelle mit einem Messer angegriffen und verletzt. Drei der Opfer erlitten lebensgefährliche Stichwunden. In Polizeigewahrsam sprach der Betrunkene von Heiligen.

Der 48 Jahre alte, stark angetrunkene Amokläufer wurde kurz nach der Tat am Freitagabend von der Polizei überwältigt und festgenommen. Am Samstag wurde gegen den möglicherweise psychisch kranken Mann Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Er soll psychiatrisch untersucht werden.

Nach Polizeiangaben war der aus Italien stammende Mann in den voll besetzten Linienbus eingestiegen und hatte zunächst mit Beschimpfungen wie "Scheiß-Deutschland" und "Scheiß-Deutsche" die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Kurz darauf zog der Täter sein knapp zwanzig Zentimeter langes Klappmesser aus der Tasche und stach wahllos auf umstehende Fahrgäste ein.

Dabei wurden zwei Männer im Alter von 64 und 47 Jahren sowie eine 47-jährige Frau durch Bauchstiche lebensgefährlich verletzt. Schwer verletzt wurde auch ein 56-jähriger Mann, er befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Wie es genau zu den Attacken kam und warum keiner der rund 80 Fahrgäste den Amokläufer zu überwältigen versuchte, blieb zunächst unklar.

Der Busfahrer alarmierte umgehend die Leitstelle der Münchner Verkehrsgesellschaft, die Polizei und Rettungswagen anforderte, und stoppte den Bus an einer Haltestelle. Der Amokläufer verließ dort den Bus und stach auf zwei weitere Menschen ein, die leicht verletzt wurden. Dann ergriff er die Flucht, wobei er von drei Fahrgästen verfolgt wurde. Wenige Minuten später konnte er unweit des Tatorts von der Polizei überwältigt werden.

Der 48-jährige Täter ist nach Polizeiangaben seit längerer Zeit arbeitslos und war zur Tatzeit stark alkoholisiert. Er gab an, vor der Busfahrt vier Maß Bier getrunken zu haben. Zu seiner Attacke äußerte sich der Mann nicht. Bei seiner Vernehmung durch die Mordkommission habe der Amokläufer einen sehr verwirrten Eindruck gemacht, hieß es. Er habe von Heiligen gesprochen, die sein Verhalten beeinflussen würden.