An ein Wirtshaus, sei es nun in der Korbinians-Kapelle oder anderswo, denke man freilich nicht, versichert sie. Vielmehr gehe es darum, die betreffenden Räume für pastorale Zwecke zu nutzen, etwa als Pfarrheim. Als Beispiel für eine solche Nutzungserweiterung nennt Utters-Adam die Pfarrkirche St. Clemens in Neuhausen: Dort wurde 2002 ein Seitenschiff abgetrennt und in eine kleinere Werktagskapelle und einen Pfarrsaal umgewandelt.

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Hintergrund der Überlegungen ist das Missverhältnis zwischen dem Fassungsvermögen der betreffenden Kirchen und der Zahl der Kirchgänger. Diese ist rückläufig, die Gebäude aber sind seinerzeit für eine große Gemeinde errichtet worden. Als die Kirche St.Maximilian im Jahr 1896 fertiggestellt wurde, erlebte die Stadt gerade eine gewaltige Zunahme ihrer Einwohnerzahl.

Begegnungsstätte statt Gottesdienstraum

Die Menschen, die vom Lande her nach München drängten, waren in der Regel katholisch, der Bedarf an weitläufigen Gottesdiensträumen war immens. Zehn Jahre früher, 1886, war die Giesinger Heilig-Kreuz-Kirche vollendet worden, St. Korbinian am Gotzinger Platz wurde 1926 geweiht. Diese Kirchen waren das geistliche Zentrum ganzer Stadtteile; mittlerweile aber sind neue Pfarreien gegründet worden, was zur Folge hat, dass die Mitglieder einer Gemeinde die großen Kirchen nur noch selten füllen konnten.

Ähnliche Probleme hat auch die evangelische Kirche. Als Beispiel nennt Dekan Volker Herbert die Nazarethkirche in Bogenhausen, "die viel zu groß ist für die Gemeinde". Derzeit überlege man, Teile des Gottesdienstraums abzutrennen und als Begegnungsstätte zu nutzen.

Auch eine Vermietung ziehe man in Betracht, beispielsweise an Amnesty, Mutter-Kind-Gruppen oder andere Projektgruppen, "die sich einer diakonischen Aufgabe widmen". Das geschehe bereits in vielen anderen evangelischen Gemeinden, vorausgesetzt, der Mieter verfolge keine kommerziellen Ziele - wie zum Beispiel bei einem Wirtshaus.

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(SZ vom 12.08.2009/sonn)