Auf ein Bier in die Kirche: Weil manche Kirchen zu groß für die wenigen Gläubigen sind, suchen Pfarrer und Diözese nach alternativen Nutzungen.
Traditionell steht im katholischen Bayern das Wirtshaus neben der Kirche. Geht es nach den Plänen von Pfarrer Rainer Schießler, dann wird auch auf dem Areal seiner Kirche St. Maximilian im Glockenbachviertel eines Tages Bier ausgeschenkt. Dazu müsste sich die Korbinians-Kapelle in eine "Kirchenwirtschaft" verwandeln. Den entsprechenden Überlegungen steht die Diözese allerdings skeptisch gegenüber.
Pfarrer Rainer Schießler erwägt, die Korbinians-Kapelle im östlichen Seitenflügel der Kirche in ein Wirtshaus zu verwandeln. (© Foto: Rumpf)
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Die Räumlichkeiten von St. Maximilian sind einfach "zu groß", sagt Schießler. Aus diesem Grund denke das erzbischöfliche Ordinariat schon seit einigen Jahren über eine Neustrukturierung der Kirche in der Deutinger Straße nach. Vor allem die Seitenschiffe und Anbauten könnten vom Kirchenkorpus abgetrennt und umgebaut werden.
Damit die Neuorganisation nicht ganz ohne das Zutun der Gemeinde geschieht, waren auch deren Mitglieder gefragt, an der Zukunft ihrer Kirche mitzuarbeiten. "Schon vor drei Jahren haben wir dem Ordinariat und Prälat Josef Obermaier vorgeschlagen, aus dem ehemaligen Pfarrraum der jetzigen Korbinians-Kapelle eine Kirchenwirtschaft zu machen", erzählt Schießler.
Das habe man, berichtet der Pfarrer, zwar als etwas verrückte Idee betrachtet, sie sei aber nicht gänzlich abgelehnt worden. Schießler selbst hat keine Bedenken: "So könnte die Seelsorge in der Zukunft aussehen."
Ein Pfarrer als Kellner auf der Wiesn
Schießler zufolge begrüßen die meisten Gemeindemitglieder seinen Plan. Interessierte Investoren sowie einen Biersponsor gebe es bereits, verrät der Geistliche, der in seiner Freizeit auch auf der Wiesn kellnert. Ein konkreter Zeitrahmen für eine Entscheidung sei aber noch nicht festgelegt.
Ob Schießlers Wirtshausprojekt Gnade vor den Augen der kirchlichen Obrigkeit findet, scheint fraglich zu sein. Adelheid Utters-Adam, die Pressesprecherin des erzbischöflichen Ordinariats, äußert sich in dieser Sache jedenfalls zurückhaltend. Tatsache sei, dass man sich im Baureferat der Erzdiözese seit geraumer Zeit über eine Nutzungserweiterung von einigen Kirchenräumen Gedanken mache.
St. Maximilian stehe dabei im Blickfeld, aber auch die Heilig-Kreuz-Kirche in Obergiesing sowie St. Korbinian in Sendling. "Wir überlegen", sagt Adelheid Utters-Adam, "wie man die Räume, die für den Gottesdienst in dieser Größe nicht mehr gebraucht werden, anders nutzen kann".
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Die neueste Antwort
Ich bin mir nicht so sicher, daß es an der Größe des Kirchenbaus liegt, wenn die Zahl der Gemeindemitglieder schrumpft. Vielleicht sollte man sich ja mal den Herrn Pfarrer etwas genauer ansehen. Der hat Zeit auf der Wiesn zu kellnern, und für was noch alles. Nur davon fühlt sich nicht unbedingt jeder positiv angesprochen. Mit dem Glauben ist das halt so eine Sache - und wenn man mit sich selbst viele Probleme hat...
Die "Herde" wird immer kleiner, und wo bleibt der Hirte? Hoffentlich nicht im 'Wirtshaus.
Ich dachte schon, dass es ein wenig noch dauern wird, bis sich die Religionen auflösen und der Mensch wieder frei Lernen und Denken kann. Aber nie hätte ich geglaubt dass sich diese Märchenstundenvereine im Bierdunst auflösen könnten.
Frage: "Wie erkennt ein(e) Ausserirdische(r), der schon eine Weile unsere Welt studiert hatte, wo er/sie sich nach einer Notlandung befindet? In Nordamerika oder in Europa?"
Antwort: Er zählt die Kneipen und die Kirchen; bei 10x mehr Kneipen als Kirchen ist er/sie in Europa, ist das Verhältnis umgekehrt, ist er/sie bedauerlicherweise in den USA runtergekommen (sprichwörtlich!).
Dieses Wirtshausprojekt ist sehr löblich!
Jeder muss an etwas glauben, ... und ich glaube, dass ich mir jetzt ein Bier hole, es ist ja schon fast sieben!
;o)