Von Von Jan Bielicki

Vom Eröffnungsspiel zum Stromverbrauch: Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das neue Stadion in Fröttmaning.

Wann wird das erste Spiel im Fröttmaninger Stadion angepfiffen? Die Einweihungsfeier für das neue Stadion ist für den 31. Mai 2005 angesetzt. Die ersten Stollenschuhe, die den Rasen der Arena offiziell betreten, werden Spielern der beiden Vereine gehören, die hinter dem Bau stehen: Der FC Bayern und der TSV 1860 werden im Eröffnungsspiel gegeneinander antreten. Im August darauf beginnt die erste Bundesliga-Saison, die beide Vereine in dem neuen Stadion spielen. Am 9. Juni 2006 schließlich steigt in der Arena das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft.

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Werden die Sechziger auch im neuen Stadion spielen, wenn sie nicht wieder in die erste Bundesliga aufsteigen? Ja. Der TSV 1860 wird auch Zweitligaspiele in der neuen Arena austragen. Das städtische Sechziger-Stadion an der Grünwalder Straße steht ihnen dann nicht mehr zur Verfügung.

Können die Vereine den Neubau unter diesen Umständen noch finanzieren? Die Verantwortlichen sagen: Ja. Geplant ist nämlich, dass die Allianz Arena München Stadion GmbH, die dem FCBayern und dem TSV 1860 je zur Hälfte gehört, das 285 Millionen Euro teure Stadion nicht nur selbst finanziert, sondern noch Geld abwirft. Das soll so funktionieren: Auf der einen Seite kostet der Bau 285 Millionen Euro, mit Nebenkosten - also den bereits in der Bauphase zu zahlenden Zinsen, den Betriebskosten der Stadion GmbH und den Honoraren für Anwälte und Architekten - sogar rund 330 Millionen Euro.

Um das zu bezahlen, hat die Stadion GmbH Kredite zu marktüblichen Zinsen aufgenommen: 75 Millionen bei der FC Bayern AG (die das Geld wiederum bekommen hat, als der Sportartikelhersteller Adidas in die AG einstieg), den Rest bei der Hypothekengroßbank Eurohypo. Dafür muss die Stadion GmbH laut einer Aussage von FC-Bayern-Vorstand Uli Hoeneß jährlich 26 Millionen Euro Zins und Tilgung zahlen.

Auf der anderen Seite erwartet die Stadion GmbH erhebliche Einnahmen: Größter Posten ist die Vermietung der 106 Logen (siehe unten), die einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag in die Kassen spült. Der Versicherungsriese Allianz zahlt in jedem der nächsten 15 Jahre bis zu sechs Millionen Euro dafür, dass die Arena seinen Namen trägt. Dazu kommen Millionen aus der Verpachtung der Parkhäuser, der Restaurants, der Läden und der Werbeflächen.

Die Eintrittsgelder - sie verbleiben zu 90Prozent bei den Vereinen - sind daher nur ein Posten der Bilanz. Die Kalkulation dazu rechnete Hoeneß einmal vor: Bei 40 Spielen in der Saison, davon die 34 Heimpartien der beiden Vereine in der Liga, und durchschnittlich 40000 Besuchern (60000 bei Bayern, 20000 bei 1860) sei das Stadion in 20 Jahren abbezahlt. Der Hamburger Sportverein hat in seiner ersten Saison in einer modernen Arena seine Einnahmen um 25Millionen Euro gesteigert.

Was muss der Steuerzahler bezahlen? Bund, Freistaat und Stadt finanzieren die Erschließung des Stadions. Dazu gehört das Aufrüsten der U-Bahn-Linie 6, was samt Ausbau der Bahnhöfe Fröttmaning und Marienplatz 94 Millionen Euro verschlingt. Die Straßen, Brücken und Rettungswege rund um das Stadion und zu den (von der Stadion GmbH finanzierten) Parkhäusern kosten inklusive Grünanlagen und einer Fußgängerbrücke hinüber zum Großlappener Schuttberg rund 60 Millionen Euro, dazu kommen noch für rund 47 Millionen ein Autobahnanschluss an der A99 und der Ausbau der Nürnberger Autobahn. Insgesamt steckt die öffentliche Hand 210Millionen Euro in das Projekt, davon trägt die Stadt 107 Millionen.

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