Allach/Untermenzing Bunte Geschichten

Ausgezeichnet: Martin Blumöhr bekam vor Kurzem einen Preis des Vereins "Pasinger Mariensäule".

(Foto: Walter Korn)

Martin Blumöhr malt im Tunnel an der Karl-Gayer-Straße

Von Anita Naujokat, Allach/Untermenzing

Stadtteilgeschichten der Allacher und Untermenzinger werden vom kommenden Jahr an die Wände des Tunnels zwischen der Karl-Gayer- und der Hintermeierstraße widerspiegeln. Malerisch umsetzen wird sie der Pasinger Künstler Martin Blumöhr, der kürzlich sein Konzept dem Bezirksausschuss (BA) vorstellte. Blumöhr setzt dabei auf die Menschen, die in der Unterführung vorbeikommen. Ihre Geschichten will er erfahren und sie an einer der Nahtstellen, an der Allach beginnt und Untermenzing endet oder umgekehrt, Meter für Meter als riesiges Wimmelbild verarbeiten.

Blumöhr, der erst vor Kurzem einen Förderpreis des Vereins "Pasinger Mariensäule" erhalten hat und dessen raumgreifende Arbeiten an mehreren Orten in der Stadt zu sehen sind, malt ohne Vorzeichnen. Beste Voraussetzung dafür, die Erzählungen zu spontanen Kompositionen zusammenzuführen. "Es werden fantastische Gestalten werden, die aber in den realen Kontext wie zum Beispiel einer Kirche passen werden", kündigte Blumöhr an. Die Geschichte der Stadtviertel werde er noch mit Hilfe des Ortschronisten Ernst Rudolph und des Historikers Walter G. Demmel eruieren.

Zwischen 200 und 250 Quadratmeter Fläche sind mit dem Pinsel zu bearbeiten, und der Künstler will in seine "Gedanken-Skulpturen" auch 40 bis 50 Schüler aus dem Gymnasium, der Mittel- und der Realschule sowie die Jugendeinrichtungen einbeziehen. Das Projekt soll am 24. April beginnen und drei Monate dauern; die Arbeiten sollen über das Internet zu verfolgen sein. Das städtische Baureferat finanziere das Arbeitsmaterial, auch das Kulturreferat wolle einen Großteil beitragen, sagte Blumöhr. Er riet allerdings dazu, noch Ausschau nach anderen potenziellen Sponsoren zu halten, etwa unter den Großfirmen. Am Ende müsse es eine Einweihungsfeier mit Musik und Bürgerfestcharakter geben, sagte Blumöhr. Das sei seine Bedingung.

"Das hört sich alles sehr vielversprechend an", freut sich die CSU-Stadträtin und BA-Vorsitzende Heike Kainz, "ich bin gespannt, was herauskommt." Grünen-Sprecher Falk Lamkewitz wollte wissen, ob vorgesehen sei, die Gemälde mit einem Überzug oder einer Beschichtung vor Überschmierungen zu schützen. Bei seinen Projekten habe er bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, erklärte Blumöhr - eine Schutzschicht sei rein praktisch kein Problem, aber ein zusätzlicher Kostenpunkt.