Weil sich viele Fahrgäste vor Betrunkenen fürchten, plant die MVG ein Alkoholverbot im Untergrund.
In Münchens U-Bahnhöfen soll künftig ein Alkoholverbot gelten. Um das Sicherheitsgefühl im Untergrund zu verbessern, will die MVG keine trinkenden Fahrgäste mehr auf den Bahnsteigen und in den Zwischengeschossen dulden. Eine entsprechende Bestimmung, die auch die Stehtische der U-Bahn-Kioske umfasst, tritt in den nächsten Wochen in Kraft. Im Laufe des kommenden Jahres will MVG-Chef Herbert König dann auch das Trinken in den Fahrzeugen untersagen - sowohl bei der U-Bahn als auch bei Tram und Bus.
Der Überfall der U-Bahnschläger: Trotz einzelner brutaler Übergriffe fühlen sich die Fahrgäste sicher. (© Foto: dpa)
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Das Verbot bezieht sich nur auf den Konsum von Alkohol - der Transport von geschlossenen Weinflaschen oder Bierdosen bleibt ebenso erlaubt wie die promilleselige Heimfahrt nach ausgiebiger Kneipentour. "Wer Alkohol getrunken hat, soll schließlich auch künftig das Auto stehen lassen und auf die U-Bahn ausweichen", erklärt König. Wer gegen das neue Dekret verstößt, riskiert den Rausschmiss und - im Wiederholungsfall - ein Hausverbot.
Mit dem Bierbann reagiert die MVG auf eine repräsentative Umfrage zum "subjektiven Sicherheitsempfinden" im öffentlichen Nahverkehr. Bei der Studie, für die mehr als 2000 Münchner interviewt wurden, kam heraus, dass sich die meisten Leute (fast 93 Prozent) in Stationen und Fahrzeugen eigentlich wohl fühlen. Lediglich bei 7,2 Prozent fährt die Angst mit.
Als bedrohlich empfunden werden vor allem Betrunkene und Fußballfans. "Hier gibt es sicher keine Patentlösung, bisher aber auch keine besonderen Brennpunkte", betont König. Ein Verkehrsunternehmen könne es aber nicht ignorieren, dass Fahrgäste bestimmte Personengruppen als Bedrohung wahrnehmen - auch wenn bei Fußballfans kein erhöhtes Gewaltrisiko besteht.
Bisher, das räumt König offen ein, ist man noch ratlos, wie dem Problem mit den übelbeleumundeten Stadionbesuchern zu begegnen ist. Bei den Betrunkenen aber will man nun sofort hart durchgreifen. Eine weitere Maßnahme, um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu verbessern, könnte eine bessere Beleuchtung der Stationen sein - wobei es nicht nur um Helligkeit allein, sondern auch um die farbliche Wirkung des Lichts geht. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung will die MVG beim Umbau des U-Bahnhofs Münchner Freiheit gehen, an dem erstmals ein professioneller Lichtgestalter beteiligt ist.
Insgesamt zeigt sich König mit dem Ergebnis der Umfrage sehr zufrieden. In Hamburg etwa fühlten sich fast doppelt so viele Leute unsicher wie in München. An der Isar habe sich das subjektive Sicherheitsgefühl im Vergleich zu 2001 sogar noch deutlich verbessert - obwohl Teile der aktuellen Untersuchung unter dem Eindruck des Vorfalls im U-Bahnhof Arabellapark standen, bei dem im Dezember 2007 ein alter Herr fast totgeschlagen wurde.
Die Studie zeige aber deutlich, dass einzelne spektakuläre Gewalttaten selbst bei intensiver Medienberichterstattung die Fahrgäste weniger verunsichern als Alltagskriminalität und Rücksichtslosigkeit, die den meisten aus eigener Erfahrung bekannt sind.
Am meisten Sorge um ihr Wohl haben übrigens junge Menschen - eine Einschätzung, die weitgehend der Realität entspricht. Die Jüngeren sind sowohl in der Täter- wie auch in der Opferstatistik überrepräsentiert.
(SZ vom 10.12.2008)
Brasiliens Präsidentin Roussef
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Abgesehen davon, daß die ganzen Prolls und Asos mit ihren Bierflaschen ein ätzender Anblick sind, steigert es das Sicherheitsgefühl ungemein, wenn man den Herrschaften zusammen mit dem Alk auch gleich noch eine gefährliche Waffe aus der Hand nimmt.
Danke, München! Null Toleranz im Untergrund muß die Devise sein.
im ersten moment scheit die idee gut zu sein. schaltet mensch sein hirn ein, weiss er: das ist blödsinn! als ob alle brav sind, die schon betrunken sind wenn sie in der station ankommen. bleibt nur eins: besoffene fahren mit ihrem auto heim. unser ex-ministerpräsident kann ja noch mit 2 mass fahren; - dann kann ich das noch mit 4.
Aus Angst um die Gesundheit und die Sicherheit machen wir uns selbst durch immer neue Verbote zu stromlinienförmigen Einheitsmenschen. Wehe, wenn es einer wagt, individuell zu sein - oder gar etwas Müll liegen lässt.
Die Entwicklung geht hin zur Norm, zum Mittelmass, zum Angepasstsein. Wenn Jugendliche bald gar nichs mehr dürfen, ist es doch nicht verwunderlich, wenn gelegentlich die aufgestaute Energie destruktiv entladen wird.
Es ist unglaublich, welche Unfreiheit wir für vermeintlich mehr Sicherheit in Kauf nehmen.
Rauchverbote sind allgemein sinnvoll, weil es die Luft einnebelt und stehen bleibt; zudem noch extrem giftig ist. Alkoholverbot würde vielleicht eine bestimmte, zugegeben auch sehr geruchsintensive Müllart reduzieren, aber die Besoffenen, die in der Bahn herumpöbeln, sind in der Regel anderswo auf ihren Pegel gekommen.
Das Verbot dann auch noch wirksam durchzusetzen wäre sicherlich teurer, als einfach ein bisschen mehr Geld für Reinigungspersonal in die Hand zu nehmen. Einen kleinen Aufpreis zahlen die meisten dann sicherlich auch gerne, wenn die ÖPNV dafür merklich sauberer sind.
Zitat: "Mir ist es egal wo die Leute trinken, aber wenn ich U-Bahn fahre, dann will ich in Ruhe von A nach B kommen, ohne Wirtshausatmospähre."
Perfekt nachvollziehbar.
Die meisten von uns werden den verwahrlosenden Einfluß von im Übermaß eingenommenem Alkohol kennen. Aus Beobachtung etwa von Oktoberfestbesuchern, die wohl im nüchternen Zustand kaum dabei erwischt werden würden, wie sie während ihnen dabei hunderte von Menschen zuschauen mitten auf dem Gehweg pissen, oder aber aus eigener Erfahrung.
Mir kommt es so vor als sei diese Verwahrlosung, deren vorübergehendes Auftreten ja noch duldbar wenn schon nicht begrüßenswert sein mag, bei manchen zum Dauerzustand geworden, der auch beim Herabsinken des Blutalkoholpegels nicht mehr kritisch hinterfragt wird.
Vielleicht sollten sich die dergestalt Betroffenen einmal fragen was sie tun können damit sie dem NORMALEN Leben mehr abgewinnen können, damit sie es sich nicht schon in der Bahn "schöntrinken" müssen.
Wenn die Alkoholeinname so primitiv von statten geht anstelle des kultivierten, weitaus bewußteren Erlebnisses im Restaurant, bei einer netten Feier oder dergleichen, dann ist das kein Zeichen von großartiger Freiheit, sondern vielmehr von der Armut derer, die es nötig haben.
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