Spanisches Restaurant "Alhambra" im Deutschen Theater Jamón! Jamón!

Das "Alhambra" ist das Restaurant im Deutschen Theater. Während man über die Vorstellung diskutiert, stärkt man sich hier mit spanischen und marrokanischen Schmankerln.

Von Beate Wild

Es ist ja schon ein etwas merkwürdiges Gefühl, wenn man ins Theater gehen will und dafür erst einmal mit der U-Bahn in einen Außenbezirk fahren muss. Auf ein Gelände unweit der Allianz Arena. Genauer gesagt: nach Fröttmaning. Schon seit 2008 nehmen Münchner Musical-Fans die Reise auf sich um beispielsweise den singenden David Hasselhoff oder tanzende Rock'n'Roller im Musical Grease anzusehen.

Das Deutsche Theater im Exil in Fröttmaning.

(Foto: online.sdewirtschaft)

Doch zu einem Theaterbesuch gehört ja nicht nur die Vorstellung, sondern auch das Drumherum. In den Pausen beziehungsweise vorher oder nachher möchte man was essen und trinken, denn wie man als Münchner nur zu gut weiß: Speis und Trank halten Leib und Seele zusammen. Und genau hier kommt das Theaterrestaurant mit dem wohlklingenden und vielversprechenden Namen "Alhambra" ins Spiel. Orientalisch-mediterrane Küche verspricht das Lokal, das zusammen mit dem Theater aus der Schwanthaler Straße mit ins Outback gezogen ist und nun ebenso in der Zeltstadt residiert.

Auf der Karte findet man spanische und marrokanische Schmankerl. Die Klassiker "Gambas al Ajillo" (Gambas in Öl-Knoblauch, 8,50 Euro), Jamon Serrano (Serrano Schinken, 5,90 Euro) oder Tortilla Espanola (Kartoffelomelett, 3,90 Euro) gibt es hier genauso wie "Salmon a la Plancha" (Lachs vom Grill, 14,90 Euro) oder "Filete de Ternera" (Kalbsfilet, 17,90 Euro).

Als wir letztes jedoch bestellen wollen, winkt der Kellner gleich mal ab. Ausverkauft. Seltsam, ist doch gerade erst der Anfang des Abends. Alternativ wählen wir "Calamares rellenos con queso" (mit Käse gefüllte Calamari). Außerdem entscheiden wir uns für etwas Vegetarisches: Verduras Asadas, eine mit Gemüse gefüllte Teigtasche. Als Aperitiv gibt es Prosecco (0,1 Liter für 4,50 Euro).

Während wir warten, blicken wir uns in dem Restaurantzelt um. Fein sind sie gekleidet, die Theaterbesucher. Altersmäßig ist alles vertreten, von Mitte 20 bis Mitte 80. Man sitzt an kleinen Tischen, etwa die Hälfte ist nur belegt. Offensichtlich ist nur ein einziger Kellner im Einsatz, denn man sieht ihn selten und bis wir unsere Bestellung abgeben können, dauert es.

Auch bis das Essen kommt, müssen wir uns fast eine halbe Stunde gedulden. Die Calamares sind gewöhnungsbedürftig. Normalerweise kennt man sie aus Spanien "a la plancha", also einfach gegrillt. Hier sind sie mit einer schweren Käsepaste gefüllt. Dazu gibt es Salat und Gemüse. Es schmeckt uns, doch original spanisch ist das nicht. Die Gemüsetasche dagegen sind ausgezeichnet. Raffiniert gewürzt mit einer herrlichen Yoghurtsauce. Wir bestellen noch ein Gläschen Les Atzavares (0,2 Liter, 6,20 Euro), ein leichter Weißewein, der gut zum Essen passt.

Während wir speisen, werden wir mit Schlagern und Hitparadenmusik beschallt, die wohl die Laune der Gäste heben soll. Bei den meisten scheint es zu wirken. Oder ist das doch der Wein? Vom Theater drüben kommen immer wieder Leute herein, viele trinken nur etwas.

Das "Alhambra" ist ein Theaterrestaurant - nicht mehr und nicht weniger. Zur Abrundung seines Musicalabends kann man hier seinen Hunger stillen. Schön ist, dass es nicht nur Snacks gibt, sondern richtige Gerichte. Eine gehobene Küche darf man jedoch nicht erwarten. Aber schließlich kommt man hier ja nicht zum Essen her, sondern wegen der Protagonisten im anderen Zelt. Wer will schon Calamares, wenn nebenan David Hasselhoff singt.