Irgendjemand hat gesagt, das Restaurant von Mario Gamba sei der beste Italiener Deutschlands. Wir sagen: stimmt wahrscheinlich.
Haben Sie schon mal ein Vordessert gegessen? Nicht? Ja, wir auch nicht. Aber wenn Sie mal ein Vordessert essen wollen, also ein Dessert vor dem Dessert, und noch viele andere Sachen, die Sie noch nie gegessen haben, dann gehen Sie mal ins Acquarello. Aber vergessen Sie die goldene Kreditkarte nicht.
Mario Gamba: Den Pürierstab hat der meisterhaft kochende Italiener immer griffbereit. (© Foto: Nora Große-Harmann)
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Aber der Reihe nach. Dieses Acquarello ist ein Italiener, und irgendwer hat gesagt, es sei der beste Italiener nicht nur in München, sondern in ganz Deutschland. Nachgeprüft haben wir das nicht, aber wir bestätigen das trotzdem mal. Dieser Mario Gamba, der Chef des Acquarello, kocht so gut, dass es einem die Sprache verschlägt. Wir wollen's trotzdem mal versuchen.
Also bis Sie sich bei einem Abendmenü zum Vordessert durchgegessen haben, hat Ihr Gaumen schon ziemlich viel erlebt. Es geht bereits gut los: Nachdem Sie sich mit einem Prosecco mit Himbeeressenz auf den Abend eingestimmt haben, bekommen Sie Brot und dreierlei Salz und Olivenöle zur Begrüßung. Voilà, die erste Premiere: Eines der Salze war ein Schokoladensalz. Im Gegensatz zum Senfkrapfen ist das aber kein Scherzartikel, sondern ein ernst zu nehmender Tipp fürs Kochen zu Hause.
Weniger leicht zum Nachahmen ist der "Gruß aus der Küche", eine Tasse Kürbisschaumsuppe mit einem Löffel Lachs-Tartar. Für den Fleischesser geht es dann weiter mit einem Milchkalb-Carpaccio als Vorspeise, während die Fischfraktion total begeistert ist vom Thunfisch-Carpaccio mit Hummermousse und Mixed Pickles deluxe, die gar nicht so hießen, aber so schmeckten.
Eine Vogelhochzeit auf dem Teller
Als "primi piatti" dann endlich das, wofür die Italiener geliebt werden: Nudeln. Wer einmal Mario Gambas Panzerotti gefüllt mit Kapern und Tomaten auf Basilikumschaum gegessen hat, wird auf unbestimmte Zeit keine Nudeln mehr selbst kochen - zu gut waren sie. Man hängt dem Geschmack der Edel-Ravioli immer noch nach, auch wenn man mit dem Prosecco-Gelee auf Mango-Sorbet die Welt der Molekularküche betritt.
Wieder raus aus der Molekularküche holt einen die Hauptspeise. Beim Kaiserbarsch mit römischem Gnocchi und Orangenfenchel fehlen uns tatsächlich die Worte: So einen weißen Fisch haben wir noch nie gegessen. Die Fleischfraktion kann da locker mithalten: Auf seinem Teller gab's Vogelhochzeit! Das Perlhuhn im Spinatrouladenmantel nahm sich die Taube zur Brust.
Jetzt kommt das Vordessert, von dem wir vorhin sprachen, auch nicht mehr überraschend, oder? Alles andere wäre viel zu banal. Vor der eigentlichen Nachspeise erwischt uns also ein Schokoladentropfen, der es mit einer Cassis-Mousse wirklich in sich hat.
Den endgültigen Beweis, dass der Koch den Pürierstab locker sitzen hat, erbringt Ihnen das Dessert. In einem Glas, aus dem Sie normalerweise Ihren Latte macchiato schlürfen, türmen sich drei Schichten: gratinierte Vanille-Espumante auf Ananas-Kompott, getrennt durch eine Minzschicht.
Zu alledem hatten wir zwei tolle Begleiter: einen Vermentino aus sardischer Frucht (39 Euro), ein leichter Weißwein, der neben allen geschmacklichen Sensationen bestehen konnte - und einen Kellner, der dem Acquarello mit Humor und völlig normaler Freundlichkeit eine persönliche Note gab.
Als einzige Geschmacksverirrung könnte, wenn man streng ist, das Interieur des Lokals gelten. Die überdimensionalen Gemälde können nicht mithalten mit den Meisterwerken auf den Tellern.
Okay, am Ende sind Sie zwar um 60 Euro pro Menü leichter. Aber mal ehrlich: Wann war das letzte Mal, dass Sie einen komplett neuen Geschmack im Mund hatten? Oder gleich ein halbes Dutzend neuer Geschmäcker? Bei uns war's im Acquarello.
Acquarello, Mühlbauerstraße 36, 81677 München. Tel.: 089 - 470 48 48, geöffnet Mo bis Fr 12 - 14:30 Uhr, 18:30 - 23 Uhr und Sa, So, Feiertag 18:30 - 23 Uhr. www.acquarello.com
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(sueddeutsche.de/gba/berr)
Kapitalabzug aus Südeuropa
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Es wäre schön, wenn bei ihren Besprechungen auch Angaben über Strasse, Tel.Nr. ect dabeistünden.
Bin ich zu dumm sie zu finden, oder haben Sie es wie bei den meisten Besprechungen vergessen?
Des waar a so a guada Kommentar wennst da des schiache Wort gspard hättst.
Das war dann auch das letzte Mal - da sind mir die Teller zu groß - wenn Sie verstehen, was ich meine (man kann es auch mit der "Gourmetküche" übertreiben!)
Wieso werden eigentlich Laien ins Restaurant geschickt? Es ist doch klar, dass dabei nur Lobehudeleien heraus kommen. Wahrscheinlich war das Essen tatsächlich sehr gut, aber dann wäre es schöner, wenn dies substanzvoller dargestellt und bewertet würde.