Acht Jahre Haft Verlassener Ehemann sticht 18 Mal zu

Er hörte erst auf, als sie stammelte: "Aber ich liebe dich doch." Wegen einer Messerattacke auf seine Ehefrau ist ein 26-Jähriger zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Wegen einer Messerattacke auf seine Ehefrau ist ein 26-Jähriger am Freitag am Landgericht München I zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Die 3. Strafkammer unter dem Vorsitz von Anton Winkler sprach den Angeklagten Stefan P. der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Hätte der Lagerist nicht unmittelbar nach der Tat auf Drängen seiner schwer verletzten Frau den Notarzt gerufen, wäre P. möglicherweise mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordversuchs bestraft worden.

Am 3. August 2011 sollte es zu einer letzten Aussprache zwischen Stefan P. und seiner 23-jährigen Frau Sarah, die inzwischen getrennt von ihm lebte, in deren Appartement kommen. Zu dem Treffen in der Balanstraße brachte der Mann in einer Tüte ein Brotmesser mit, laut Richter Winkler in der Absicht, die Frau zu töten, falls sie sich trennt.

Als sie dann die von Eifersucht und ständigen Streitereien geprägte Beziehung tatsächlich für beendet erklärte und sich ins Zimmer der gemeinsamen zweijährigen Tochter begab, folgte ihr der Mann und griff sie mit dem Messer hinterrücks an. 18 Stiche fügte er Sarah P. zu und hörte erst auf, als sie stammelte: "Aber ich liebe dich doch."

Die Frau habe "wahnsinniges Glück" gehabt, sagte Winkler, aus reinem Zufall war keiner der Stiche lebensbedrohlich. Völlig unverständlich sei, so der Richter weiter, dass P. auch dann weiter auf seine Frau eingestochen habe, als die Tochter ins Zimmer kam und weinend rief: "Papa, Mama, aua, aua." Der Vorsitzende riet dem Angeklagten zu einer Psychotherapie in der Haft. Er sei unfähig, sich unterzuordnen, und habe seine Frau als persönlichen Besitz angesehen. chro