Das Tor zur Hölle oder ein gemütliches Nest? Die Heavy-Metal-Bar "Abseits" wirkt nur auf den ersten Blick furchteinflößend.
"Killing in the name of!" - Diese nicht gerade pazifistischen Worte der Band "Rage against the machine" werden uns wie mit einer eisernen Faust in die Ohrmuschel gehämmert, als wir die Tür zum Abseits öffnen.
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Auch wenn das düstere Ambiente anderes vermuten lässt: In der Heavy-Metal-Kneipe "Abseits" sind nicht nur langhaarige Klischee-Metaller willkommen. (© oh)
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Ist das etwa das Tor zur Hölle? Drinnen im rauchgeschwängerten Raum lauern allerhand finstere, langhaarige Gestalten - Metal-Fans, die uns Normalos vielleicht an die Gurgel wollen. Wir nehmen unseren Mut zusammen, treten an die große Bar in der Mitte des Lokals und bestellen: "Ein Helles bitte." Der Barmann schaut verständnislos. "EIN Helles BITTE!!!!!!!", brüllen wir gegen die ohrenbetäubende Musik an.
Schwupp steht es da (Löwenbräu, 0,5 l, 2,40 Euro), dazu bekommen wir seltsamerweise noch einen Würfelbecher unter die Nase gehalten. "GERADE ODER UNGERADE?", schreit der Barmann uns entgegen. Was soll das den nun? Müssen wir jetzt auch noch um unser Leben würfeln? Wir tippen auf gerade, würfeln ungerade, bleiben aber erfreulicherweise am Leben.
Ein Schuft, der Böses dabei denkt. Denn nun erfahren wir von dem netten Barmann Balbir Singh, der auch Besitzer des Abseits ist: Hätten wir richtig getippt, hätte uns das Bier nur die Hälfte gekostet! Ok, das hat den Ehrgeiz in uns erweckt. Wir werden diesen Laden nicht eher verlassen, bis wir wenigstens einmal gewonnen haben.
Langsam entspannen wir uns, schauen uns die Leute etwas genauer an, die sich mit uns in dem dunkelrot bemalten, brechend vollen Lokal mit Metallica-Fahne an der Wand befinden.
Es gibt in der Tat ein paar unter ihnen, die dem Klischee eines Metal-Fans entsprechen: lange Haare, lederne Hose und Jeans-Kutte mit Bandlogos. Relativ viele aber zeigen ihre Hörgewohnheiten auch nur durch schwarze Bandshirts.
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Letztes Jahr war ich auf dem Magic Circle-Festival, die Hälfte der Gäste sah aus wie eine Mischung aus Hells Angels und Türstehern. War aber trotzdem eine schöne, entspannte und friedliche Atmosphäre.
"Killing in the name of" würde ich auch nicht direkt als Metal bezeichnen. Aber gut, man muss kein Haarspalter sein.
Volle Zustimmung, Metal-Fans sind meist lustige und freundliche Zeitgenossen. Wer sich da von Outfit und Musik täuschen lässt, sitzt nur einem bösen Vorurteil auf.
ich war eine Zeitlang öfter im "Titanic", ist schon eine Weile her, ich habe dort nie Ärger gehabt, aber eine Menge netter Leute kennengelernt.
Sehr geehrte Frau Wild, ist Ihnen das nicht zu peinlich, so tief in die Klischee-Kiste zu greifen? Es gibt kaum eine friedlichere Subkultur als die der Metaller, aber sie erwarten mindestens Schlägereien, fürchten gar um Ihr Leben. Warum haben Sie nicht auch noch eine schwarze Messe mit geschlachteten Katzen miteingebaut?
Recherche wäre auch nicht schlecht gewesen. "Killing in the Name of" ist, wenn man mal auf den Text achtet, ein Anti-Kriegs-Song, und Black Sabbath hat seine Wurzeln sicher nicht im Punk der 70er, da es bereits 1968 gegründet wurde.
Wie gut, dass nichts so vergänglich ist wie eine Tageszeitung, und dieser Artikel bald vergessen sein wird.