Interview: Lisa Sonnabend

Kim Wilde hilft beim Abwasch und Lily Allen hobelt Trüffel aufs Frühstücksei: Was die Münchner Köche Sascha Bock und Thomas Rössing beim Catering für Stars erleben.

Sängerin Lily Allen

Sängerin Lily Allen: Sie hobelt gerne Trüffel auf ihr Frühstücksei. Foto: dpa

Die Münchner Sascha Bock, 40 Jahre, und Thomas Rössing, 43 Jahre, haben schon für Stars wie Billy Talent, Robbie Williams, Snoop Dog oder Anna Netrebko gekocht. Ein Gespräch über Allüren, After-Show-Partys und Rockstars mit Stil.

sueddeutsche.de: Sie haben schon für zahlreiche Rockstars gekocht, wer hat es Ihnen besonders angetan?

Sascha Bock: Beeindruckt hat mich Kim Wilde. Sie war so engagiert, dass sie am Ende sogar mit abgewaschen hat.

Thomas Rössing: Ich fand Lily Allen spitze. Sie hat in der Früh plötzlich aus ihrer Handtasche einen Trüffel ausgepackt und über ihr Frühstücksei gehobelt. Allerhöchster Respekt! Das hat Stil.

Bock: Und Neil Young, der normalerweise keine Autogramme gibt, habe ich acht Platten von einem Freund hingelegt. Er hat sich köstlich amüsiert über die alten Cover und Fotos von ihm - und hat alle acht unterschrieben.

sueddeutsche.de: Dann stimmt das Klischee der zickigen Musiker mit Starallüren gar nicht?

Bock: Rockstars sind auch nur Menschen, bei denen das Essen oben rein- und unten wieder rausgeht. Meist nehmen die Leute, die drum herum sind, alles viel genauer als die Musiker selber. Die Musiker sind meistens sehr entspannt. De Höhner zum Beispiel haben uns beim Kochen zugeschaut, immer wieder nachgefragt und sich Tipps geben lassen. Und auch Ozzy Osbourne, der ein absolut dietisches Essen wollte, ist ein sehr netter Kerl.

sueddeutsche.de: Wie entscheiden Sie, was Sie den Musikern vorsetzen?

Bock: Die Veranstalter schicken in der Regel vorher ihre Wünsche, sogenannte Rider. Da steht drauf, wie viele Personen zu bekochen sind, um wie viel Uhr die Musiker ankommen, ob Diäten einzuhalten sind, ob es Rühreier und Speck zum Frühstück geben soll oder welche Fleischsorten nicht gewünscht sind. Manche Bands haben auch Sonderwünsche und wollen Fiji-Wasser, das ziemlich teuer ist. Fragen Sie mich aber nicht, warum.

sueddeutsche.de: Bekommt eine Heavy-Metal-Band etwas anderes als ein Jazzmusiker?

Rössing: Meistens entscheiden wir nach Gefühl. Wir überlegen, was zu dieser Band und ihrer Musik passen könnte.

Bock: Aber eigentlich wählt man nach folgenden Kriterien aus: Was bekommen wir unter den Bedingungen gut hin? Was gibt das Budget her? Wir kochen immer frisch.

sueddeutsche.de: Für wen haben Sie zuletzt gecatert?

Rössing: Zuletzt haben wir den Jazz-Saxophonisten Jan Garbarek bekocht. Es gab Kalbstafelspitz.

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In diesem Artikel:

  1. Sie lesen jetzt Trüffel zum Frühstück
  2. "Wir müssen ja diskret sein"