Der Bierpreis von sieben Euro sei noch viel zu niedrig, sagen Suchtexperten. Der Trachtenverband moniert dagegen, dass die Wiesn wegen des teuren Biers schon lang kein Fest mehr für das Volk sei, sondern eine reine "Remmmidemmi"-Veranstaltung.
Für das eigentliche Volk sei ein Wiesn-Besuch schon lange zu kostspielig, kritisierte der chef des Bayerischen Trachtenverbands, Otto Dufter. Mit der Erhöhung der Preise für eine Maß Bier auf sieben Euro würden noch mehr Einheimische abgeschreckt.
Ein Fest fürs Volk sei die Wiesn sowieso schon lange nicht mehr, betonte Dufter. Vom wahren Oktoberfest könne höchstens noch am ersten Fest-Sonntag die Rede sein, wenn der Trachtenumzug stattfinde. Rund 80 Prozent der teilnehmenden Trachtler feierten nach dem Umzug noch in den Zelten weiter. Doch an den restlichen Tagen sei die Wiesn nur noch ein reines Massenspektakel.
Der Verbandschef ist überzeugt, dass „die vielen Japaner und Amerikaner“ die Maß Bier auch für zehn oder mehr Euro trinken würden.
Man sehe ja am enormen alljährlichen Bierausstoß, dass die Nachfrage trotz ständig steigender Preise nicht abnehme.
Werbung für Alkoholmissbrauch
Viel zu billig ist das Bier nach Meinung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Das Münchner Oktoberfest mache „wie kein anderes Ereignis auf der Welt Werbung für Alkoholmissbrauch“, kritisierte DHS-Vize-Geschäftsführer Raphael Gaßmann. „Wir fordern einen Bierpreis von 15 Euro pro Maß, dann tut es vielleicht weh“, sagte der Suchtexperte. Niemand dürfe die Tatsache verharmlosen, dass Alkohol eine potenziell tödliche Droge sei.
Zudem forderte Gaßmann von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), die Alkoholkontrollen rund um das größte Volksfest der Welt in diesem Jahr drastisch zu verschärfen. „Jedes Auto muss angehalten werden“, sagte Gaßmann. Rund um die Uhr müsse die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz sein, um alkoholbedingte Schlägereien, Sachbeschädigungen und Verschmutzungen zu verhindern. Beim Kampf gegen Cannabis seien solch abschreckende Polizeieinsätze ja auch möglich.
(sueddeutsche.de/ddp)

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