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Die bösen Späße einer Sondereinheit
Mobbing-Affäre
01.12.2006, 10:09
Ärger im Elitetrupp: USK-Beamte bei einem Einsatz in München. (Foto: Andreas Heddergott)
Sie sind dafür ausgebildet, in besonders gefährlichen Situationen Ruhe und Besonnenheit zu bewahren. Doch in den eigenen Reihen scheint es an beidem zu mangeln: Manche Polizisten der Sondereinheit Unterstützungskommando (USK) schikanieren nicht-konforme Kollegen; gehen müssen dann die Opfer, nicht die Täter. Interne Ermittlungen laufen, dabei hält sich im Polizeiapparat die Empörung in Grenzen.
Es wurde als "Spaß" angesehen, der diejenigen Kollegen treffe, die irgendwie aus der Reihe tanzten: Ein Beamter wurde nach einem Einsatz mit einer 15 Kilogramm schweren Türramme auf die Straße gesetzt und musste damit eineinhalb Kilometer weit zu Fuß laufen. Während der Fahrt im Einsatzbus sprühten sich die Polizisten gegenseitig Pfefferspray ins Gesicht - als Wettbewerb, wer es länger aushält. Einen USK-Kollegen fesselten die Männer mit Kabelbindern an ein Treppengeländer, sie zogen ihn aus und malten ihm unter dem Gejohle der Gruppe eine weibliche Brust auf den Oberkörper.
Als all dies bekannt wurde, schaltete das Präsidium die interne Ermittlungsgruppe "Früherkennung" ein. Vier Opfer wurden befragt. Sie behaupteten, sie hätten die Vorfälle mehr oder weniger freiwillig "als Spaß in der Gruppe mitgetragen", sagt Polizeisprecher Peter Reichl.
Offen bleibt, ob sie dies aus Furcht, falschem Korpsgeist oder schlicht deswegen aussagten, weil ihnen das Verhalten der Kollegen ganz normal erschien, sie sich also gar nicht als Opfer fühlten, sondern als Teilnehmer eines großen Spaßes. Reichl: "Für uns ist es aber alles andere als ein Spaß." Die Opfer wurden aus der Einheit genommen, "aus Fürsorgepflicht", so Reichl.
Warum die Opfer und nicht die Täter? Stimmt es, was man in Polizeikreisen hört, hätte die Mobbing-Affäre eine beachtliche Dimension. Hätte man die Täter herausgezogen, heißt es intern, wäre vom USK nicht mehr viel übrig geblieben. Außerdem heißt es, dass die Spezialeinheiten untereinander konkurrieren - und auch beim Sondereinsatzkommando (SEK) derartige Gruppenmechanismen vorkämen. Dies erzählt ein Beamter der SZ, der die ganze Aufregung um diesen "Spaß" nicht versteht.
Ein normales gruppendynamisches Ablaufgeschehen unter Bedingungen, die einfach nicht normal sind" - so nennt Heiner Keupp, Professor für Psychologie an der Universität München (LMU), das Verhalten der Elitetruppe. Er spricht von Gruppenzwang, wie bei den Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan, die sich mit skelettierten Schädeln ablichten ließen: "Der Gruppenzwang wird da enorm stark."
Erst recht bei jungen Polizisten, die schwierige Situationen meistern sollen und sich selbst als Elite empfänden. Tatsächlich wird die Sondereinheit, eine junge Truppe von 120 Mann, insbesondere bei größeren Demonstrationen sowie zum Schutz von Fußballspielen eingesetzt, um gewaltbereite Randalierer aus der Menge zu ziehen - eine körperlich wie seelisch extrem belastende Aufgabe.
Die Vorfälle in der Münchner Einheit widersprechen den Beteuerungen der Polizei, für solche Einheiten würden nur besonders besonnene und belastbare Kollegen ausgesucht. "Die müssen ihren Frust und den Druck abbauen - und suchen sich das schwächste Glied in der Kette aus", meint Keupp. Deshalb sei es auch die falsche Reaktion, die Opfer aus der Gruppe zu nehmen, "das nächste schwache Glied ist schnell ausgemacht".
Und: Die, die sich gewehrt haben, seien jetzt als die Schwachen stigmatisiert. Eine "fragwürdige Eliteschulung" finde da statt, meint Keupp und kritisiert die Polizeispitze: "Es gehört zu den Führungsaufgaben, da einzugreifen und gruppeninterne Dinge zu behandeln."
Dass keiner der Gruppen- oder Zugführer von den Vorfällen etwas bemerkt habe, hält man selbst innerhalb der Polizei für unwahrscheinlich. "Die Sache ist auch ein Führungsproblem", bestätigt Christian Gruber, Leiter der Zentralen Dienste, dem das USK unterstellt ist. Man sei sich der Wirkung nach innen und außen bewusst. Der Psychologische Dienst der Polizei stehe für die Sondereinheiten nach besonderen Einsätzen bereit - und werde wohl zu wenig genutzt. "Den Handlungsbedarf haben wir sehr wohl erkannt", sagt Gruber.
Künftig soll es wohl eine längerfristige psychologische Schulung geben und auch mehr Jobrotationen. Zunächst aber will sich Gruber alle ihm unterstellten Einheiten noch einmal ganz genau anschauen. Bis dahin muss das USK mit dem Ruf leben, nicht die Truppe zu sein, die sie sein soll.
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20.11.2009 18:56
U.T.
Den höheren Anteil bestreitet niemand, falls Ihnen das aufgefallen ist. Sie argumentieren in's Leere. Die GRÜNDE sind aber breiter gefächert, als Sie das.. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig
20.11.2009 18:48
bollizei_1
es ist fakt dass Straftaten überdurchschnittlich oft von Leuten "mit Migrationshintergrund" begangen werden. Dass muss auch so gesagt werden dürfen! alles.. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig
20.11.2009 18:42
U.T.
Na und? Der andere Täter ist offensichtlich Deutscher. Und da sie es gemeinsam machten, scheint der MGH des Ünal B. per se nicht der grundlegende Faktor. .. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig