Von Wolfgang Görl

Historisches Tief: Die SPD erreicht nur 19,3 Prozent, auch die CSU büßt ein - Gewinner sind FDP und Grüne. Die Münchner Sozialdemokraten erhalten kein Direktmandat.

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Lange Gesichter bei der SPD München: Die Partei verliert zehn Prozent der Stimmen in München und erhält kein Direktmandat. Foto: dpa

Trotz erheblicher Verluste hat die CSU alle vier Direktmandate in München gewonnen. Nach drei Niederlagen in Folge ist es auch Johannes Singhammer gelungen, im Münchner Norden den bis dahin stets triumphierenden SPD-Kandidaten Axel Berg zu besiegen. Bei den Zweitstimmen fiel die SPD von 29 Prozent im Jahr 2005 auf 19,3 Prozent; die CSU kam auf rund 32 Prozent gegen 37,5 Prozent vor vier Jahren. Dagegen konnten die FDP sowie die Grünen ihr Ergebnis erheblich verbessern. Die Wahlbeteiligung in München lag bei 73,4 Prozent, 2005 waren es noch 76,9 Prozent.

Während der Auszählung lag SPD-Kandidat und Dauersieger Axel Berg lange Zeit vorn, gegen Ende aber neigte sich die Waage zugunsten von Johannes Singhammer. Am Ende triumphierte der 56-jährige CSU-Politiker mit rund 1500 Stimmen Vorsprung. Ausschlaggebend waren die Briefwähler, bei denen Singhammer klar vorne lag. Jeweils deutliche Siege fuhren Herbert Frankenhauser im Münchner Osten, Peter Gauweiler im Süden sowie Hans-Peter Uhl im Westen ein.

OB Ude: "Ein richtiger Schock"


Aber nicht nur wegen Verlusts der letzten SPD-Hochburg war das Ergebnis für die Münchner SPD ein Desaster. Nicht einmal auf 20 Prozent kam die Partei, die seit mehr als 60 Jahren, von einem kurzen Intermezzo abgesehen, stets den Oberbürgermeister stellt.

OB Christian Ude (SPD) bezeichnete die Wahlschlappe seiner Partei denn auch als "einen richtigen Schock". Er habe gehofft, die SPD könne im Endspurt noch aufholen. Für die Bürger werde es bei einer schwarz-gelben Regierung ein böses Erwachen geben, weil die angekündigten "Steuergeschenke" auf Kosten der kleinen Leute finanziert würden.

Auch für die Kommunen werde der Spielraum künftig enger, prognostizierte Ude. Gerade deshalb werde er im kommenden Jahr erneut als Präsident des deutschen Städtetags kandidieren.

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