Der Mann mit dem Bombenjob
Fliegerbombe legt Verkehr lahm
24.04.2006, 17:19
(Foto: Hess)
Als alles vorbei ist, sitzt Günter Hanft auf der Bombe, schwitzt und lächelt. „Das war schon etwas schwierig“, sagt er. Und nicht ganz ungefährlich – selbst für einen, der sein Handwerk so gut versteht wie er. Der Detonator klemmte, und Hanft musste ihn mit Spezialwerkzeug „rausklopfen“, wie der Chef des Münchner Sprengstoffkommandos sagt.
Die amerikanische Splitterbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war gegen 8.45 Uhr an der Luise-Ullrich-Straße bei Erdarbeiten gefunden worden. Die Straße liegt auf dem etwa 200.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Donnersberger- und Hackerbrücke, auf dem gerade die Wohnsiedlung „Arnulfpark“ entsteht – und das ein Verkehrsknotenpunkt ist. Weil es sich um eine große Fünf-Zentner-Sprengbombe handelte, sperrte die Polizei von 14 Uhr an mit 350 Beamten das Gelände in einem Umkreis von rund einem Kilometer ab – S-Bahnen und Züge auf der Stammstrecke standen für eine halbe Stunde still, ebenso ruhte der Autoverkehr.
Es war ein denkwürdiger Tag für die Anwohner der Donnersbergerbrücke: So leise wie in diesen zwanzig Minuten wird es dort so schnell nicht wieder sein.
Trotz der umfangreichen Sperrungen sei es nicht zu größeren Verkehrsbehinderungen gekommen, resümierte Polizeisprecher Andi Ruch am Nachmittag. Er vermutet, dass die Autofahrer Ausweichrouten gewählt hatten, nachdem die Sperrungen über Radio bekannt gegeben worden waren. Bei der Bahn mussten drei Regional- und drei Fernverkehrszüge umgeleitet werden. Im Tunnel fuhr eine Pendel-S-Bahn, die Strecke Hauptbahnhof-Pasing konnte von 14.40 Uhr an wieder regulär befahren werden. Auch hier sei es im Anschluss an die Totalsperrung lediglich zu „geringfügigen Verspätungen“ gekommen, sagte Bahn-Sprecher Ingo Schüttke.
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(Foto: Hess)
Aufregend dürfte der Tag vor allem für die Anwohner und die Mitarbeiter der umliegenden Bürogebäude gewesen sein. Etwa 300 Beamte klingelten die Nachbarschaft durch, um alle Bewohner zu warnen. „Ein paar tausend Menschen“, schätzt die Polizei, sollten sich aus Gebäuden in hintere Straßenzüge verteilen. Sämtliche Mitarbeiter und Kunden der Mercedes-Niederlassung an der Arnulfstraße, rund 450 Personen, mussten das Gebäude verlassen. Die meisten nutzten den sonnigen Nachmittag und machten früher Schluss.
Auch der gläserne City-Tower an der Donnersbergerbrücke und einige Wohnhäuser wurden vorsichtshalber evakuiert. Andere Anwohner wurden über Lautsprecher gebeten, sich nicht in Fensternähe aufzuhalten und ihre Fenster und Türen zu öffnen – für den Fall, dass die Bombe doch explodieren und eine Druckwelle entstehen sollte.
Gefunden wurde die Bombe am Vormittag bei Grabungen vor dem ehemaligen Heizkraftwerk, das in ein Theater mit Stadtplatz umgewandelt werden soll. Der rote Backsteinbau grenzt an die Donnersbergerbrücke und ist jetzt völlig entkernt. „Das Heizkraftwerk war sogar noch bis zur 2000er-Wende in Betrieb, weil die Bahn es als Riesen-Notstromaggregat im Ernstfall nutzen wollte“, erzählt Gudrun Piesczek. Die Projektmanagerin von Vivico, der Firma, der das komplette Areal gehört, schaut ebenfalls durch den Zaun auf die ausgegrabene Bombe. „Hier war früher die Firma Krauss-Maffei. Dass es auf diesem Gelände viele Verdachtspunkte gibt, hatten wir schon vorher aufgrund der alten Luftbilder gewusst“, sagt sie.
Experte Günter Hanft hätte aufgrund der Krater auf den Bildern sogar auf „mindestens zehn Bomben“ getippt. Gefunden wurde bislang jedoch nur diese eine Bombe gestern. „Vermutlich haben damals die KZ-Häftlinge das Gelände räumen müssen“, meint er.
Dass an diesem Morgen die Baggerschaufel nicht auf die alte Kriegsmunition geknallt ist, hat den einfachen Grund, dass Antonius Buchwieser daneben stand. Der Feuerwerker arbeitet im Auftrag von Vivico, geht vorab das Gebiet immer wieder mit einer Sonde ab und überwacht die Grabungen. „Der Fahrer hat nur ganz leicht reingebaggert und angelupft, da hab ich sofort einen rostigen Gegenstand gesehen“, erzählt er.
Also musste Günter Hanft ran. Seit 34Jahren entschärft er für die Firma Tauber im Auftrag des Innenministeriums Bomben, seit 34 Jahren tut er es unfallfrei. Mit seiner blauen Arbeitsmontur hatte er sie am Morgen abgedeckt, „damit die Sonne nicht so raufknallt“. Nun wird die Bombe zur Sammelstelle bei Fröttmaning gebracht und demnächst nach Ingolstadt verfrachtet, wo sie zersägt wird. Und ein friedliches Ende findet.
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20.11.2009 18:56
U.T.
Den höheren Anteil bestreitet niemand, falls Ihnen das aufgefallen ist. Sie argumentieren in's Leere. Die GRÜNDE sind aber breiter gefächert, als Sie das.. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig
20.11.2009 18:48
bollizei_1
es ist fakt dass Straftaten überdurchschnittlich oft von Leuten "mit Migrationshintergrund" begangen werden. Dass muss auch so gesagt werden dürfen! alles.. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig
20.11.2009 18:42
U.T.
Na und? Der andere Täter ist offensichtlich Deutscher. Und da sie es gemeinsam machten, scheint der MGH des Ünal B. per se nicht der grundlegende Faktor. .. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig