Von Christina Maria Berr

Dirndlbusen, fliegende Zöpfe und Bierschaum - am heutigen Donnerstag wurde das offizielle Wiesnplakat gekürt. Eine einstimmige Entscheidung. Mit Bildergalerie

Was für eine Wiesnbedienung: Anstatt sich mit einem Dutzend Bierkrüge durch die Massen im Festzelt zu zwängen, tanzt sie fröhlich im Kreise: Rechts eine Mass Bier in der Hand, links eine Brezn. Der Brezn fliegt das Salz davon, dem Bier der Schaum, aber immerhin, die Dame hat einen ordentlichen Dirndlbusen.

Diese schwungvolle Bedienung wird wohl bald in Peking, Neu-Dehli und anderswo zu sehen sein. Denn sie soll für das Oktoberfest werben. Am Donnerstag verkündete die Jury, vertreten durch Tourismuschefin Gabriele Weishäupl und den Juryvorsitzenden Helmut Pfundstein die Entscheidung.

Enthüllt wurden im Stadtmuseum die besten drei Entwürfe. Auf Platz drei: Ein paar Jungs mit nacktem Oberkörper, Lederhose und Sepplhut, die mit Engelsflügeln durch einen hellblauen Wiesnhimmel schweben. Einer mit rotem Herz - der Gay Community hätte dieser Entwurf sicher am besten gefallen.

Platz zwei: Ein küssendes Pärchen in Scherenschnitt-Optik. "Das Biedermaier-Pärchen", so Weishäupl. Dann posiert sie nochmal vor dem Siegerbild von Alexander Heininger und Ursula Kölle (Akademie an der Einsteinstraße U5). Auf 7000 Plakaten und 90000 Prospekten kann man sie bald bewundern - mit grünem Drindlrock und fliegenden Zöpfen vor goldgelbem Hintergrund. Das passt: Die Wiesn sei heuer "herbstlich", so Wieshäupl. Sie gehe weit in den Oktober hinein - bis zum 7. Oktober nämlich.

Derweil outet sich Pfundstein als Karussellfan und freut sich, über die einhellige Juryentscheidung. Alles nett, alles schön - und wenn die Bedienungen tatsächlich immer nur ein Bier tragen, wird’s auch eine ziemlich nüchterne Wiesn werden.

(sueddeutsche.de)