Von Anna Fischhaber

"Eine Baustelle ist kein Park" - befindet die Stadt München und zäunt künftig das Oktoberfest-Areal während des Aufbaus ein.

Der Spaziergang über die Theresienwiese, während rund herum das Oktoberfest zum Leben erwacht, hat für viele Münchner eine lange Tradition. Ganze Schulklassen statteten der Oktoberfest-Baustelle alljährlich einen Besuch ab. Die Wiesnkantinen - eigentlich für die Bauarbeiter reserviert - erfreuten sich bei den Anwohnern großer Beliebtheit. Doch mit dieser Art Vorfreude soll in diesem Jahr Schluss sein. Während der Aufbauarbeiten will das Tourismusamt das Festareal mit Bauzäunen vor ungebetenen Besuchern abschirmen lassen.

Immer wieder hatte die Stadt München in den vergangenen Jahren versucht mit Warnschildern an die Bürger zu appelieren. "Aber das hat alles nichts geholfen", erklärt Tourismus-Chefin Gabriele Weishäupl auf Anfrage von sueddeutsche.de. In diesem Jahr wolle man deshalb zu drastischeren Mitteln greifen. "Eine Baustelle ist kein Park. Da muss endlich ein klares Wort gesprochen werden", sagt Weishäupl. "Deshalb werden wir ab 14. Juli alle Zugangswege zur Wiesn bis kurz vor Beginn mit Zäunen absperren lassen."

Passanten, Radfahrer, Skater und Pkws sollen so daran gehindert werden, auf das Festareal zu gelangen. "Wir werden aber keinen verfolgen, wenn sich dem widersetzt", so Weishäupl. Stattdessen hofft sie auf die Vernunft der Bürger. "Kurz vor der Wiesn und den Rest des Jahres kann man die Theresienwiese gerne betreten, nur eben während der Hochphase der Bauarbeiten nicht."

Strengere Regeln, kleinere Wiesn


Die strengeren Regeln sollen der Verkehrssicherheit und dem Schutz der Passanten dienen. "Wir betreiben eine der größten Baustellen der Stadt mit schweren Hebebühnen, das ist einfach zu gefährlich", sagt die Tourismus-Chefin. Nicht ganz unbeteiligt an der Verschärfung soll auch ein Rechtsstreit der Stadt München mit einem Radfahrer sein, der im vergangenen Jahr gegen eine Baustellen-Absperrung geprallt war. "Wenn wirklich etwas passiert, sind wir regresspflichtig", sagt Weishäupl. Außerdem hätten sich die Baufirmen immer wieder über die Schaulustigen beschwert, die die Arbeiten verzögerten.

Aber nicht nur in Sachen Bauarbeiten wird die Wiesn in diesem Jahr strenger. Der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats verabschiedete am Dienstag noch ein paar weitere Änderungen. Unter anderem darf Tabak in Zelten und Wirtsgärten nicht mehr verkauft werden - obwohl das Rauchverbot auf der Wiesn erst 2009 in Kraft treten soll. Außerdem wird das größte Volksfest der Welt in diesem Jahr kleiner ausfallen: Da am Rande der Theresienwiese das Landwirtschaftsfest stattfindet, hat sich die Fläche für das Oktoberfest von 31 auf 26 Hektar reduziert. Folglich werden heuer auch weniger Wirte und Schausteller zugelassen. 47 Bewerber, die 2007 noch dabei waren, sind es diesmal nicht mehr.

(sueddeutsche.de/beu)

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Leserkommentare (15)



25.04.2008 12:36:20

RegimeGegner: Jura?

Es sieht so aus, aus, als ob sich manche Leute mancherorts nur noch mit einer Gesetzessammlung (oder zumindest einem Juristen) unterm Arm durch die Weltgeschichte trauen. Man könnte ja ständig in Regress genommen oder angezeigt werden!

Müssen wir jetzt alle Jura studiert haben, um uns noch einigermaßen entspannt in der Weltgeschichte bewegen zu können?

Die "Organe der öffentlichen Rechtspflege", Winkeladvokaten und BRAGOisten wird's freuen...

Ja wo samma denn?


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U.T.

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Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig

20.11.2009 18:48

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es ist fakt dass Straftaten überdurchschnittlich oft von Leuten "mit Migrationshintergrund" begangen werden. Dass muss auch so gesagt werden dürfen! alles.. mehr....

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20.11.2009 18:42

U.T.

Na und? Der andere Täter ist offensichtlich Deutscher. Und da sie es gemeinsam machten, scheint der MGH des Ünal B. per se nicht der grundlegende Faktor. .. mehr....

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