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Von M. Maier-Albang

Vergessene Koffer haben am U-Bahnhof Poccistraße zu einem Großeinsatz der Polizei geführt - der Inhalt war aber harmlos.

Polizeieinsatz PoccistraßeGrossbild

Die U-Bahnhaltestelle Poccistraße wurde geräumt - mehr als 400 Fahrgäste, vor allem Wiesnbesucher, mussten Bahnsteige und Zwischengeschoss verlassen. (Foto: ddp)

Drei vergessene Gepäckstücke mit arabischer Aufschrift haben am Donnerstagnachmittag an der U-Bahnhaltestelle Poccistraße einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die U-Bahnhaltestelle wurde geräumt - mehr als 400 Fahrgäste, vor allem Wiesnbesucher, mussten Bahnsteige und Zwischengeschoss verlassen. Der Bahnhof war eine halbe Stunde lang abgeriegelt bis die Polizei gegen 15.40 Entwarnung gab: In den Koffern befand sich keine Bombe, lediglich Kleidung.

Gefunden hatten die Gepäckstücke - einen Trolley, einen Koffer und eine Tüte - Zivilfahnder, die seit Montag verstärkt im Umfeld der Wiesn und in den nahegelegenen U-Bahnhöfen patrouillieren. Das Gepäck habe im Sperrengeschoß des U-Bahnhofs gestanden, sagt Polizeisprecher Peter Reichl.

Auf den Anhängern standen arabische Namen und der Hinweis, dass das Gepäck aus Tunesien stammt. Nachdem kein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte, beschlossen die Sicherheitskräfte, den U-Bahnhof vorsorglich zu räumen. Rund 100 Beamten waren im Einsatz, um alle Abgänge zu sichern. Von der Wiesn wurde ein Sprengstoffhund geordert, der das Gepäck abschnüffelte, allerdings nicht anschlug. Die Sprengstoffexperten öffneten daraufhin die Koffer, die die Besitzer nun von der Polizeiwache an der Beethovenstraße abholen können.

Bis zur Entwarnung war der U-Bahnverkehr stark beeinträchtigt. Auf den Linien U 3 und U 6 verkehrten von 15.10 Uhr bis 15.40 Uhr zwischen den Haltestellen Sendlinger Tor und Harras Pendelbusse. Zuvor hatte die Einsatzleitung der Verkehrsbetriebe zwei Züge am Goetheplatz und am Haltepunkt Implerstraße gestoppt und umkehren lassen - eine Vorsichtsmaßnahme.

(SZ vom 02.10.2009/pfau)

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Leserkommentare (3)



02.10.2009 14:59:03

simi83: @martib

Die Sache ist die, dass man sich niemals als Angehöriger eines brisanten oder ubrisanten Kulturkreis empfindet.

Die Eigenwahrnehmung des eigenen Kulturkreises ist nicht vorhanden, da der eigene Kulturkreis sich durch das Gefühl, dass Dinge ganz normal sind und verlaufen, bemerkbar macht.

Oder sind Sie sich in jeder Sekunde bewusst, dass Sie zu Ihrem Kulturkreis gehören, und dass Ihr eigenes Verhalten, sowie ihre bloße Angehörigkeit zu Ihrem Kulturkreis, für Angehörige anderer Kulturen schon verdächtig sein kann?

Ich glaube, da ist einfach ne große Familie mit Sack und Pack und viel Stress durch die Kinder grad aus dem Urlaub daheim gekommen und da kann schon mal was vergessen werden. Die Leute werden alles Mögliche im Kopf gehabt haben, nur nicht, dass Sie ja zu einem "brisanten Kulturkreis" gehören.

Ich empfehle zum Thema Eigen- und Fremdwahrnehmung Lektüre von Edward T. Hall und Hofstede.


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