Schwere Kost
Citrus
12.11.2009, 10:58
Grossbild
Das Citrus in der Pestalozzistraße 32. (Foto: Hess)
Das Glockenbachviertel ist angesagt, das ist nichts Neues. Szenige Bars, schicke Restaurants, hippe Kneipen. Hier tummeln sich Münchens Nachtschwärmer, Juppies und Neo-Bohemians, um ihr tagsüber in den Agenturen, Designbüros oder in der Medienbranche sauer verdientes Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf zu bringen. Unter Münchens Wirten scheint sich das herumgesprochen zu haben. Hier im Viertel geben die Leute gerne Geld aus, hier kann man noch etwas verdienen.
Am liebsten gibt der trendige Münchner seine Scheine in schnieken Restaurants aus. Die Stilrichtung ist da fast egal. Thailändisch, italienisch, französisch - alles gern genommen. Hauptsache, das Interieur entspricht gewissen Stilvorgaben und hat etwas von modernem Zeitgeist. Und: Die Preise müssen stimmen. Will heißen, sie dürfen nicht zu niedrig sein, sonst taugt das Ganze ja nichts.
Genau in dieses Konzept passt das Citrus. In der Pestalozzistraße, wo bis zum Frühjahr noch das Myra, der beliebte Stadtviertel-Türken, war, ist jetzt ein in modernem Design gehaltenes Restaurant mit internationaler Küche eingezogen. Voller Erwartungen statten wir dem Citrus einen Besuch ab. Von außen wirkt das Lokal recht einladend.
Als Vorspeise ordern wir Rindercarpaccio mit Parmesankäse und Salat (11,80 Euro) und Gambas in Chili-Öl (8,50 Euro). Dazu trinken wir als Aperitiv den unumgänglichen Sprizz (4,80 Euro). Kaum haben wir den ersten Schluck genommen, steht auch schon unser erster Gang auf den Tisch. Das ging aber fix! Vermutlich langweilt sich der Koch gerade. Es ist zwar Montagabend, also kein Tag, an dem die Restaurants aus allen Nähten platzen, aber im Citrus ist an diesem Abend extrem wenig los. Außer uns ist nur noch ein anderer Tisch belegt. Hat das etwas zu bedeuten?
Das Carpaccio jedenfalls ist hauchdünn geschnitten, saftig und mundet ausgezeichnet. Ebenso die Gambas, die mit der leichten Schärfe genau richtig sind als Appetizer. Der Kellner ist im Übrigen sehr bemüht und freundlich, obwohl wir den Eindruck nicht loswerden, dass er noch nicht lange hier arbeitet.
Auf der Karte hat das Citrus nur wenige Stammgerichte, auf einer Tafel an der Wand stehen die täglich wechselnden Tagesangebote. Das Essen zitiert die mediterrane Küche, der Gast hat die Wahl zwischen Fleisch und Fisch, kombiniert mit Pasta, Gemüse oder Salaten. Uns fällt auf, dass das Lokal trotz der gehobenen Preise auf weiße Tischdecken verzichtet. Das stört uns ein wenig, denn wenn man ein besseres Restaurant sein will, ist schöne Tischwäsche eigentlich Pflicht.
Als Hauptgericht nehmen wir Kalbslendchen in Steinpilz-Trüffelsauce und Bandnudeln (17,80 Euro) sowie Seeteufel vom Grill auf Safranschaum und Sepianudeln (18,50 Euro). Zum Essen genehmigen wir uns auch noch ein Gläschen Lugana (5,90 Euro für 0,2 l.), einen leichten, spritzigen Weißwein.
Die Portionen sind enorm, doch das Essen hält leider nicht, was das Citrus verspricht. Die Nudeln sind bei beiden Gerichten ein wenig zu lange gekocht. Die Pilzsauce ist schwer und schmeckt nicht nach Steinpilzen. Leider kommt kein Salat oder Gemüse als Beilage, weshalb das Essen nach dem Verzehr dementsprechend beschwerend im Magen liegt.
Auch der Fisch ist eine Enttäuschung. Der Seeteufel an sich ist deliziös, doch leider verderben Sauce und Nudeln das Gericht. Der Safranschaum erweist sich als wuchtig, die Pasta ertrinkt regelrecht in seiner Umgebung. Auch hier gibt es weder Gemüse noch Salat als Begleitung. Nach dem Essen fühlen wir uns, als hätten wir einen Stein verschluckt.
Trotzdem wagen wir uns noch an ein Dessert, schließlich wollen wir ja das gesamte Angebot des Lokals überprüfen. Der Kellner empfiehlt uns eine Citrus Creme Brulée (4,80 Euro). Als der Nachtisch kommt, erkennen wir, dass dieser Mann wohl keine Ahnung von seinem Job hat. Und der Koch im übrigen auch nicht. Die Empfehlung ist ein absoluter Reinfall. Wer jemals in seinem Leben Creme Brulée gegessen hat, kann die Süßspeise, die uns serviert wird, nicht mit dem originären Rezept in Verbindung bringen. Die Creme, die aus Eigelb, Sahne, Milch und Zucker besteht, ist klumpig und schmeckt viel zu sehr nach Zitrone. Die Karamelkruste ist nicht richtig geschmolzen, der Zucker liegt fast noch in Reinform auf der verunglückten Creme.
Wir lassen das Dessert stehen und verlassen fast fluchtartig das Lokal. In einer Kneipe ums Eck bestellen wir uns einen Schnaps zur Verdauung. Anders wäre der Heimweg wohl schwer zu schaffen gewesen.
Citrus, Pestalozzistraße 32, München. Telefon: 23077787. www.citrus-muenchen.de. Geöffnet täglich von 10 bis 14 Uhr und ab 18 Uhr.
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![]() 16.11.2009 18:39:44 Maria Adelheid: Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB. ![]()
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Mr. Wong
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20.11.2009 18:56
U.T.
Den höheren Anteil bestreitet niemand, falls Ihnen das aufgefallen ist. Sie argumentieren in's Leere. Die GRÜNDE sind aber breiter gefächert, als Sie das.. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig
20.11.2009 18:48
bollizei_1
es ist fakt dass Straftaten überdurchschnittlich oft von Leuten "mit Migrationshintergrund" begangen werden. Dass muss auch so gesagt werden dürfen! alles.. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig
20.11.2009 18:42
U.T.
Na und? Der andere Täter ist offensichtlich Deutscher. Und da sie es gemeinsam machten, scheint der MGH des Ünal B. per se nicht der grundlegende Faktor. .. mehr....
Zu: Prügel-Sprayer uneinsichtig