Das Filmfest München kam in diesem Jahr beim Publikum gut an: Knapp 70.000 Eintrittskarten wurden nach ersten Schätzungen verkauft - fast so viele wie 2011. "Für uns stellt das einen großen Erfolg dar, weil wir weniger Filme und etwas weniger Vorstellungen hatten", sagte die neue Filmfestchefin Diana Iljine. Etwa 180 Filme aus aller Welt waren in der vergangenen Woche zu sehen - darunter viele Kino- und Fernsehproduktionen aus Deutschland. Zum Abschluss am Samstag gab noch einige Preise, darunter den mit 30.000 Euro dotierten Arri-Preis für den besten ausländischen Film: "La Pirouge" von Moussa Touré über Flüchtlinge, die es von Senegal aus in einem Fischerboot nach Europa schaffen wollen. Und natürlich gab es auch wieder einige Trends, viel Tratsch und auch ein paar Tragödien beim 30. Münchner Filmfest.
Zum Glück ist Melanie Griffith am Dienstagabend offenbar noch zu sehr gerührt, um den Fauxpas zu bemerken. Die Schauspielerin hat gerade eine hymnische Lobrede von Regisseur Dominik Graf gehört, sich Tränen aus dem Gesicht gewischt und anschließend ihre Cinemerit-Trophäe und den Blumenstrauß strahlend hochgehalten. Sie blickt auf die begeisterten Gäste im Carl-Orff-Saal und nicht auf die Blumen. Das ist gut so, denn die roten Rosen sind umrandet von gelbem Beiwerk. Gelb! Wo Griffith die Farbe nicht ausstehen kann. Da mussten vor ihrem Besuch sogar eigens die Blumenarrangements im Hotelzimmer ausgetauscht werden. Herrlich, dass es solche Diva-Allüren noch gibt.
Text: cro
Bild: dapd8. Juli 2012, 11:29 2012-07-08 11:29:54 © SZ vom 7./8.7.2012/afis