Kita-Ausbau Milliarden, die sich rechnen

Die Bundesregierung hat die Kinderbetreuung deutlich ausgebaut, die Qualität in den Einrichtungen ist aber höchst unterschiedlich. Um gemeinsame Standards durchzusetzen, braucht es aber vor allem eines: viel Geld.

Ein Kommentar von Ulrike Heidenreich

Vier Millionen Kinder unter sechs Jahren leben in Deutschland. Was dürfen die kosten? Eine Milliarde Euro? Gar fünf Milliarden? So viel Geld wäre nötig, um 120 000 Erzieherinnen zusätzlich in den Kitas einzustellen. Anständig bezahlt wären diese dann zwar noch lange nicht, aber die Kleinen würden profitieren.

Sie erlebten intensivere Zuwendung von Pädagoginnen, die wegen des miserablen Personalschlüssels bislang nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht zwischen Windelwechseln und Tiefkühlkost aufwärmen. Je mehr Erzieherinnen, desto besser die Bildungschancen.

Die Bundesregierung hat den Ausbau der Kitas mit Volldampf vorangebracht, erzwungen durch den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz vor bald einem Jahr. Das ist löblich. Nicht aber, dass keine einheitlichen Qualitätsstandards gelten, es keine verbindlichen Personalzahlen gibt. Der nötige Kita-Qualitätsgipfel, den die Verbände fast schon im Quengelton fordern, kommt erst im Herbst.

Weil so viel Zeit vergeudet wurde, sollte man schnell Geld ausgeben für mehr Erzieherinnen. Verschwendung ist das auf keinen Fall. Wer in frühen Jahren gut gefördert wird, tut sich später leichter und fällt der Gesellschaft nicht zur Last. Wer nur auf Zahlen schauen will, bitte schön: Kosten-Nutzen-Analysen für Investitionen in die frühkindliche Förderung ergeben immer die höchste Rendite. Unschätzbar ist die Bildung von Herz und Hirn.