Erinnerung an Helmut DietlStenz, Schtonk und Schickeria

Helmut Dietl karikierte Reiche, Mächtige und die Medien und erzählte immer wieder von Mann und Frau. Ein Überblick über seine wichtigsten Werke.

Von Elisa Britzelmeier und Carolin Gasteiger

Monaco Franze (1981-83)

Helmut Dietl hat das Bild von München geprägt - ganz besonders mit seiner Serie "Monaco Franze", deren Protagonist die Stadt bereits im Namen trägt. Franz Münchinger heißt der Stenz, dessen Geschichten hier erzählt werden. Fortwährend ist er auf der Suche nach dem Abenteuer. "Ehrlich gesagt: Ich interessiere mich wahnsinnig für Frauen", sagt der Monaco Franze (Helmut Fischer) bereits in der ersten Folge. Ob sie nun Elli, Lilly oder Jacqueline heißen - nicht von ungefähr hat der Monaco Franze den Ausspruch "a bisserl was geht immer" geprägt. Polizei-Kollege Manni Kopfeck (Karl Obermayr) ist ihm dabei das, was man heute einen Wingman nennt. Er spricht aus, was sich der Zuschauer denkt: "A Hund bist fei scho."

Am Ende kehrt der Monaco Franze immer wieder zurück zu seiner Ehefrau aus besseren Verhältnissen, dem Spatzl (Ruth-Maria Kubitschek). Helmut Dietl drehte die Serie zwischen 1981 und 1983 für den Bayerischen Rundfunk. Vielzitiert ist seine pointierte Betrachtung der "feinen" Münchner Gesellschaft und speziell des Opernpublikums, das "hint' und vorn von nix was versteht und jeden Reinfall zu einem einmaligen Erlebnis hochjubelt."

Bild: BR 30. März 2015, 20:262015-03-30 20:26:58 © Süddeutsche.de/ebri/anri