"Zoo" auf Pro Sieben Beim Pinkeln von Löwen angefallen

Ein Löwe mit Hyper-Gamma-Frequenz soll in Zoo für Grusel sorgen.

(Foto: Steve Dietl/ProSieben)

In der US-Serie "Zoo", die nun auf Pro Sieben anläuft, beißen die Tiere zurück. Zum Weglaufen?

TV-Kritik von Karoline Meta Beisel

In den frühen Neunzigerjahren gab es diese Zeichentrickserie: Als die Tiere den Wald verließen. Die Europäischen Rundfunkanstalten hatten Geld zusammengeworfen, um den lieben Kindern den Konflikt "Fuchs und Dachs versus Bagger und Beton" zu erklären. Niedlich war das, pädagogisch wertvoll und sehr leicht verständlich: Wo soll die Eule denn noch wohnen, wenn der Mensch ihr den Lebensraum klaut? Und wo das Wiesel?

Die US-Serie Zoo, die von diesem Mittwoch an bei Pro Sieben zu sehen ist, hat nun eigentlich genau dasselbe Thema. Nur eben erwachsenengerecht aufbereitet, also mit Blut, hübschen Frauen und wilderen Tieren: Die wehren sich nämlich.

Die ersten, die angreifen, sind die Raubkatzen. In Los Angeles werden zwei Männer beim Pinkeln von Löwen angefallen, die aus dem Zoo ausgebrochen sind. In Botswana schmausen Löwen eine ganze Safaritruppe; der mutige Held Jackson kann sich und die frisch entlobte Chloe gerade noch so retten. Selbst die Hauskatzen in der Stadt verhalten sich komisch.

Sind Pestizide für das seltsame Verhalten der Tiere verantwortlich?

Die Idee, dass die Tiere sich eines Tages gegen den Menschen auflehnen könnten, ist ein hübsches Szenario für ein dystopisches Drama - oder auch für einen Ökothriller. In Zoo vermutet die Reporterin Jamie (Kristen Connolly, die in den ersten beiden Staffeln von House of Cards zu sehen war), dass mit Pestiziden verunreinigtes Futter für das seltsame Tierverhalten verantwortlich sein könnte.

Ist das posierliche Tierchen nun Freund oder Feind?

(Foto: Patti Perret/CBS)

Welchen Ton die Serie anschlagen will, macht schon der farbreduzierte Vorspann deutlich: Einsame Häuser in ausgetrockneter Landschaft, ein Schwarm schwarzer Vögel, der von einer Leitung auffliegt, dazwischen immer wieder Tierpupillen in Nahaufnahme, in denen sich Menschen oder deren erleuchtete Häuser spiegeln - das erinnert alles sehr an The Walking Dead.

Und tatsächlich gibt es gruselige Szenen, nämlich vor allem jene, in denen letztlich nichts passiert: Wenn sich die Hauskatze auf dem Bauch des schlafenden Kindes niederlässt oder der Hütehund aufmerksam auf die andere Seite des Flusses hinüberblickt, auf der nichts zu sehen ist. Überhaupt sind die Tieraufnahmen und -animationen gelungen.

"Eigentlich gibt es im Löwengehirn überhaupt keine Hyper-Gamma-Frequenzen!"

Dass der Schauder sich trotzdem nicht so recht einstellen mag, liegt vor allem an den gestelzten Dialogen: "Das Gehirn zeigt Spitzenwerte bei den Hyper-Gamma-Frequenzen", erklärt der Tierarzt Mitch (Billy Burke) der Reporterin. "Und das bedeutet?", fragt die. "Das weiß ich nicht. Eigentlich gibt es im Löwengehirn überhaupt keine Hyper-Gamma-Frequenzen!"

In einer Szene erklärt ein Forscher die "Fight or Flight"-Reaktion, bei der es darum geht, wie Tiere auf Gefahr reagieren: Weglaufen oder Zurückschlagen. Was Zoo angeht, so hängt die Reaktion von der eigenen Geduld ab: Entweder gleich weglaufen oder doch noch ein, zwei Folgen sitzenbleiben.

Zoo, Pro Sieben, mittwochs, 20.15 Uhr.

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