Schon wieder gibt es Streit um ein angebliches Plagiat. Diesmal geht es um den ZDF-Film Dr. Hope gibt nicht auf mit Heike Makatsch. Doch der Produzent wehrt sich.
Urheberrechtsstreitereien sind nicht erst seit dem Fall der 17-jährigen Autorin Helene Hegemann (Axolotl Roadkill) ein auffälliges Thema der unterhaltenden, bildenden und darstellenden Kunst.
Zwei Sachbücher als Vorlage? - die ZDF-Produktion Dr. Hope gibt nicht auf (© Foto: ZDF)
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Gerade wirft eine in Zürich geborene Historikerin - ihr Name ist Marita Krauss, sie ist Professorin für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte in Augsburg - einer Produktionsfirma vor, den Stoff eines Zweiteilers für das ZDF gestohlen zu haben.
Der Film (in der Hauptrolle mit Heike Makatsch) heißt: Dr. Hope - Eine Frau gibt nicht auf. Krauss kennt sich mit Dr. Hope Bridges Adams Lehmann aus. Sie hat über sie, eine der ersten deutschen Ärztinnen, zwei Sachbücher geschrieben.
Relative Person der Zeitgeschichte
Als sie hörte, dass das Unternehmen Hofmann&Voges aus dem Leben der couragierten Medizinerin einen Fernsehstoff entwickeln will, meldete sie sich. Einen Beratervertrag, so sagt Produzent Mischa Hofmann zur Süddeutschen Zeitung, habe man Krauss sogar geben wollen. Doch die Professorin habe weitere umfassende Rechte reklamiert, weshalb es zu keiner Zusammenarbeit gekommen sei.
Ein Plagiat, so Hofmann, liege nicht vor. Hope Bridges Adams Lehmann sei eine relative Person der Zeitgeschichte, die Fakten seien nicht schutzfähig, das Buch von Krauss sei nur eine von vielen Quellen. Der Film soll im März ausgestrahlt werden.
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(SZ vom 19.2.2010/berr)
Hat die Historikerin die Fakten und Daten in Ihren Büchern frei erfunden? Oder wie kommt sie sonst darauf, daß Sie an historischen Begebenheiten ein Urheberrecht beanspruchen kann?
Wenn ich jetzt ein Sachbuch über den zweiten Weltkrieg schreibe, erwerbe ich damit dann ein Urheberrecht am zweiten Weltkrieg?
Irgendwann wiederholt sich alles.
Passiert alle naselang: kommt ein Autor zum Redakteur mit ner guten Script-Idee. Der Redakteur lehnt aus diesen und jenen Gründen ab, können wir nich machen, wird zu teuer, interessiert keinen. Sechs (oder auch zwölf) Monate später, sieht der Autor seine Idee im Fernsehen und wundert sich. Ich mich schon lang nicht mehr...
Sehr gut!